Mitchnick, Nancy

11. April 2022 - 11:03

Dog Party, 2017 © Nancy Mitchnick

 

Schauen, gehen, laufen, beschnuppern, kacken - das sind die Elemente von Nancy Mitchnicks Hundeparty. Das Bild ist weniger lebhaft als gut durchkomponiert. Auf bestimmenden horizontalen Kanälen, die den Raum gliedern, werden sechs Hunde unterschiedlicher Rasse, Gestalt und Farbe gesetzt. Sie wirken fast wie die Noten auf einer Partitur. Strenge Musikalität trifft auf Leichtigkeit der Farbe: Ein rosafarbener Himmel umschmeichelt die fernen Berge, zartes gelbgrünes Gras wechselt mit blassblauem Wasser.

 

Dog Party, Detail, 2017 © Nancy Mitchnick

Dog Party, Detail, 2017 © Nancy Mitchnick

 

Das Porträt ist durch kühnen Einsatz von Strichen und Farben einer expressiven Hand gekennzeichnet.

 

My beloved Girl, 2017 © Nancy Mitchnick

 

Jeder Hundehalter kann die Sehnsucht, Hoffnung, die Emotionen des Wollens, Müssens, Könnens nachvollziehen, die der Schäferhund beim Gewahrwerden der Gänse, Enten und Schwäne durchlebt und die wir aus seiner Position miterleben. Durch die Bildtitel werden die emotionalen Inhalte humorvoll wiedergegeben.

 

Meine Lexikographie besteht aus Form, Farbe und Raum, natürlich auch aus Farbe, Bewegung und Stille und der Entwicklung meines Wissens auf der Suche nach Einfachheit und Beziehungen, dem Fühlen des Lichts und dem Leben und Beobachten der Welt, erklärt die Künstlerin. (zit. n. hier, übersetzt mit deepL)

 

All das ist wohl in diesen Bildern präsent und erlebbar. Bewegung und Stille: Der Hund schwimmt leise heran, er will den Vögeln nahekommen, aber nicht bemerkt werden. Ich kann förmlich seine Anspannung und Konflikte spüren, seine Gedanken lesen. Anmutig und gelassen gleiten die Enten auf den Wellen. Vollkommene Schönheit bestimmt dieses vordergründig einfache, aber emotional starke Bild.

 

Hope, 2017 © Nancy Mitchnick

 

Die schwer fassbare Schönheit und Sinnlichkeit der lichtgesättigten Farben gibt dem Wasser Frische und Lebendigkeit. Die Bilder wirken leicht, fast zeit- und schwerelos.

 

I can't, I will, I won't, I must, 2017 © Nancy Mitchnick

Desire, 2017 © Nancy Mitchnick

Virginia Woolf #1, 2004-2017 © Nancy Mitchnick

Virginia Woolf #2, 2004-2017 © Nancy Mitchnick

A White Dog, 2017 © Nancy Mitchnick

 

In meiner Arbeit geht es um Wahrnehmung und um Malerei. Ich arbeite in einer visuellen Sprache, die sich nicht leicht in eine kulturelle Analyse übersetzen lässt. Der Maßstab ist sehr wichtig.  Ich male oft kleine Bilder von einem großen Landschaftselement. Ich mag das freie Spiel mit den Gegensätzen. Es bereitet mir große Freude und gibt mir viel Raum. (zit. ebd, übersetzt mit deepL)

 

Ausstellungsansicht, Reyes Finn, Foto Clare Gatto

Ausstellungsansicht, Reyes Finn, Foto Clare Gatto

Ausstellungsansichten Galerie Reyes Finn

 

Nancy Mitchnick (*1947 in Detroit/Michigan/USA) lebt und arbeitet in Detroit. Sie schloss ihr Studium an der Wayne State University mit einem BFA ab. Sie war ein Jahrzehnt lang Mitglied des Lehrkörpers am California Institute of the Arts und 15 Jahre lang Rudolph Arnheim Dozentin für Studio Arts an der Harvard University. Nancy Mitchnick erhielt sowohl als Malerin als auch als Lehrerin viele Stipendien und Preise.

Mitchnick ist eine der wenigen Frauen, die aus der Detroiter Cass-Corridor-Bewegung der 1970er Jahre hervorgegangen sind. Ihr Werk ist frei von Verweisen auf ästhetische Doktrinen und gesellschaftspolitische Themen, die sich oft in den Arbeiten ihrer Zeitgenossen finden.

Sie hat international sowohl in Einzel- als auch in Gruppenausstellungen ausgestellt.

alle Bilder © Nancy Mitchnick

 

Malerei