14. November 2017 - 23:00

Ein Packerl kommt © Petra Hartl

Jö! © Petra Hartl

 

Die Freude war groß, als dieses heiß ersehnte Buch-Paket aus London bei mir in Wien ankam: Really Good Dog Photography sein aussagekräftiger Titel und im feinen East Londoner Hoxton Mini Press Verlag erschienen. Das Buch zeigt fotografische Arbeiten von dreißig Künstlern und Künstlerinnen, die sich mit Hingabe und Leidenschaft der Fotografie von Hunden verschrieben haben.

 

Hedy und Buchcover © Petra Hartl

 

Die meisten der vorgestellten Fotografen und Fotografinnen sind Ihnen vermutlich bekannt, da ich sie - manche schon vor Jahren -  in meinem Blog vorgestellt habe (Charlotte Dumas, Alec Soth, Daniel Naudé, John Divola, Jo Longhurst, Erik Kessels, Nancy LeVine, Hajime Kimura).

Doch es gibt nicht nur ein Wiedersehen, sondern auch Neuentdecken von Künstlern und Künstlerinnen, die ich nicht gezeigt habe, da sie mir zu bekannt erschienen (wie William Wegman) oder mich ihr Werk so zu Tränen rührte, dass ich nicht darüber schreiben konnte (wie Traer Scott). Ein paar wenige waren auch mir unbekannt, wie etwa Tim Edgar, der die hündischen Urinspuren fotografisch sammelt oder Delphine Crépin, die alte zerkaute Hundebälle ablichtet.

 

Really Good Dog Photography © Hoxton Mini Press

Really Good Dog Photography © Hoxton Mini Press

Really Good Dog Photography © Hoxton Mini Press

Really Good Dog Photography © Hoxton Mini Press

Really Good Dog Photography © Hoxton Mini Press

Really Good Dog Photography © Hoxton Mini Press

 

Dogs and photography have gone hand in paw almost since the medium was invented and our passion remains undiminished, with pictures of adorable, bright-eyed dogs all over the internet.

The photographs in this book offer an alternative to all the fluff. They approach the dog as a dignified, intelligent and noble being, and they consider our relationship with man's best friend for the extraordinary thing it really is. Elegant, beautiful, surprising, sometimes comical, full of drama and heart, these images show the world's best-loved animal in a remarkable new light. (Hoxton Mini Press)

 

Interessant! © Petra Hartl

Jetzt bin ich müde ...r © Petra Hartl

 

Die Texte im Buch stammen von Lucy Davies, die unter anderem für den Telegraph über Kunst und Fotografie schreibt.

Herausgeber des Fotobuches ist übrigens Martin Usborne, seine Fotoserie The Silence Of Dogs In Cars habe ich bereits 2011 in einem meiner ersten Blogartikel gezeigt. Das freut mich ganz besonders!

Würde sich das wunderschön gestaltete Buch nicht als Weihnachtsgeschenk für einen Hunde-Aficionado eignen? Oder noch besser: Schreiben Sie es doch auf ihren eigenen Wunschzettel!

Das letzte Foto von Hedy ist ein bisschen unscharf, passt aber zu ihrem verträumten Blick. Gleich fallen ihr die Augen zu und sie begibt sich auf die Traumreise zu den Hunden dieser Welt.

 

Schlaft gut! © Petra Hartl

 

Bilder von "Really Good Dog Photography" (ohne Hedy) © Hoxton Mini Press

 

Buch, Fotografie
3. November 2017 - 8:30

Schwarze Wolken bedeckten den Himmel, als Mika uns verließ. Der Himmel grollte. Der Regen tollte. Doch wir nahmen nur wahr, wie Mikas letzter, allerletzter Atemzug über den Rand ihres Körbchens strich.

 

Das sind die ersten Sätze in "Mikas Himmel", einem Bilderbuch für Kinder, das das Abschiednehmen vom geliebten Hund beschreibt. Das Buch ist Trauerliteratur für die ganz Kleinen, aber es spendet - nicht zuletzt durch die intelligente und stringente bildnerische Gestaltung von Annemarie van Haeringen - auch Erwachsenen Trost.

Wird Mika in den Himmel kommen? Und gibt es dort Äste zum Zerbeißen oder Katzen zum Hinterherjagen? Und wird Mika dort von jemandem gestreichelt? Diese und andere Fragen stellen die Kinder in der Dialog basierten Geschichte von Bibi Dumon Tak.

Bevor ich die Illustrationen zu diesem Buch sah, wurde mir der poetische, stille, aber auch unsentimentale, Zweifel säende und doch Hoffnung gebende Text vorgelesen. Ich konnte mir kaum vorstellen, wie er in Bilder umgesetzt aussehen könnte.

Welch Überraschung fand sich zwischen den eher konventionell gestalteten Buchdeckeln.

 

Cover von Mikas Himmel

 

Zwischen der ersten Illustration - wenige weiße Striche auf schwarzem Grund - und der letzen, die Mika fröhlich im blauen Himmel zeigt, sehen wir die Metamorphose einer schwarzen Wolke zu einem großen schwarzen Hundekörper.

 

Einen kurzen Moment teilten sich die Wolken, als würden sie Mika durchlassen, direkt in den Himmel.

 

Der Text ist in diese Hundesilhouette eingeschrieben. Mit jedem Umblättern sehen wir mehr vom Hund, der bellt, läuft und ruht. Doch wo ist Mika jetzt?

 

Illustration von Annemarie van Haeringen aus Mikas Himmel

Illustration von Annemarie van Haeringen aus Mikas Himmel

 

Nachdem der Hund begraben und eine Nacht vergangen ist, hörten die Kinder Gebell aus dem Himmel.

Ist Mika im Himmel angekommen?

Wir wissen es nicht.
Wir wissen es doch!

Heute vor fünf Jahren ist Rocco gestorben. Nicht so leicht wie Mika. Für ihn und alle Tiere wünsche ich mir einen Himmel.

 

Rocco, 2010 © Petra Hartl

 

Bilderbuch, Rocco
25. Oktober 2017 - 8:22

Sicher stimmen Sie mit mir überein, dass wir unten nicht die Darstellung eines Huskys in seinem Habitat vor uns haben, sondern ein Bild des konkreten Hundes "Lushka". In dem Gemälde von Alice Neel aus dem Jahr 1974 ist der Hund eindeutig Gegenstand dessen, was wir unter der Gattung Porträt verstehen. Wie auch in vielen Porträts von Menschen präsentiert die Künstlerin den Hund in einer frontalen Position, den Blick direkt auf den Betrachter, die Betrachterin gerichtet.

 

Alice Neel, Lushka, 1974, Courtesy the Artist’s Estate and Victoria Miro, London
Alice Neel, Lushka, 1974, Courtesy the Artist’s Estate and Victoria Miro,
London © The Estate of Alice Neel

 

Die Künstlerin, die sich selbst als "Painter of people" bezeichnet, widmet der Darstellung der Tiere die gleiche Aufmerksamkeit wie der malerischen Beschreibung der Menschen, sie sind ebenso individuell und bedeutsam.

Alice Neel (1900-1984) ist eine der bedeutendsten amerikanischen Porträtistinnen des zwanzigsten Jahrhunderts, ihr Werk wird als intim, unaufgeregt, zwanglos, persönlich und direkt beschrieben. Sie beobachtet nicht nur die Menschen sehr genau, sondern auch die mit ihnen lebenden Tiere. Hunde und Katzen waren ein Teil ihres häuslichen Lebens. Vom Beginn ihrer Karriere in den 1930er Jahren bis zu ihrem Tod 1984 finden sich immer wieder Doppelporträts (Mensch mit Hund oder Katze) oder Einzelporträts von Tieren. Sie erfasst sowohl den menschlichen als auch den tierlichen Charakter und bringt die Einzigartigkeit der Lebewesen anhand ihrer individuell typischen Blicke, Gesten, Haltungen zum Ausdruck. Sie scheint allerdings mehr Katzen gemalt zu haben, ich habe lediglich ein paar Werke mit Hunden gefunden.

 

Alice Neel. Carol with a Dog, 1962, Courtesy the Artist’s Estate and Victoria Mi
Alice Neel. Carol with a Dog, 1962, Courtesy the Artist’s Estate and Victoria Miro,
London © The Estate of Alice Neel

 

Nur durch eine kleine Geste vermittelt Alice Neel die Bindung zwischen Mensch und Tier: Carol berührt den Hund am Nacken. Ihr blondes Haar, die helle Haut und das hellgrüne Kleid kontrastieren mit dem schwarzen Fell und den tiefroten Augen des Pudels an ihrer Seite.

 

Alice Neel, Richard with Dog, 1954
Alice Neel, Richard with Dog, 1954

 

Richard hat in diesem Doppelporträt den gleichen erstaunt-fragenden Blick wie sein Hund.

"Nadya and the Wolf" hat eine rätselhafte Qualität, beide scheinen Teil einer mehrdeutigen mythologischen oder metaphorischen Szene zu sein. In diesem Frühwerk zeigt sich die Verbindung zum Expressionismus nordischer Prägung.

 

Alice Neel, Nadya and the Wolf, 1931, Courtesy the Artist’s Estate and Victoria
Alice Neel, Nadya and the Wolf, 1931, Courtesy the Artist’s Estate and Victoria Miro,
London © The Estate of Alice Neel

Alice Neel. King Asleep, 1954, Courtesy the Artist’s Estate and Victoria Miro, L
Alice Neel. King Asleep, 1954, Courtesy the Artist’s Estate and Victoria Miro,
London © The Estate of Alice Neel

 

In den Deichtorhallen Hamburg ist nun erstmals in Deutschland ein Überblick über das Schaffen dieser Ausnahmekünstlerin zu sehen, die erst in den 1970er Jahren späte Anerkennung erfuhr. Unbeeinflusst vom abstraktem Expressionismus blieb sie ihrem realistischen Stil treu, der als rückwärtsgewandt kritisiert wurde. Es gelang ihr mit ihrem ausdrucksstarken, einfühlsamen und psychologisch akkuratem Werk zum Wesenskern der Menschen vorzudringen. Ihre kraftvollen Bilder inspirierten zahlreiche Künstlerinnen und Künstler wie Chuck Close, Marlene Dumas, Alex Katz und Elizabeth Peyton.

Alice Neels Hauptwerk entstand in ihrer New Yorker Nachbarschaft, in Greenwich Village, Spanish Harlem und schließlich an der Upper West Side, wo sie zahlreiche Mitglieder der Kulturszene New Yorks gemalt hatte, unter anderem Andy Warhol, der dieses Bildnis als das beste von ihm je geschaffene bezeichnete. Darüber hinaus porträtierte sie Familienmitglieder, Freunde, Nachbarn oder zufällige Bekanntschaften. Neels Aufmerksamkeit galt aber gleichermaßen den Unterprivilegierten, den Armen und Diskriminierten. Sie führte ein äußerst bewegtes Leben als alleinerziehende Mutter und Mitglied der New Yorker Künstlerszene; sie engagierte sich Zeit ihres Lebens politisch, sympathisierte mit dem Kommunismus und wurde zum Symbol der Frauenrechtsbewegung.

 

Quellen: Homepage der Künstlerin, Wikipedia, Deichtorhallen Hamburg, Victoria Miro Gallery

 

Ausstellung, Malerei, Zeichnung
19. Oktober 2017 - 8:29

Ein Hundeporträt: Frontal und aggressiv blickt uns der Hund an. Schwarz-Weiß-Grau tritt der Kopf aus dem flächigen, diagonal geteilten schwarz-weißen Hintergrund heraus.

 

Moritz Stumm, Khaver, 2012, Courtesy BaumgartenBrandt, Berlin, Repro, Studio St
Moritz Stumm, Khaver, 2012, Tusche auf Papier, 130 x 130 cm

 

Auf den ersten Blick sieht das Porträt wie eine Fotografie aus, es ist aber eine Zeichnung mit schwarzer Tusche, die der Künstler Moritz Stumm flächig wie bei einem Aquarell aufträgt.

Da wir nur den Kopf des Tieres sehen und keinen Kontext kennen, wissen wir nichts über den Grund der Aggression. Bedroht uns der Hund oder reagiert er auf eine Bedrohung? Gänzlich aus einem inhaltlichen Zusammenhang gerissen, bleibt die Aussage offen, wird die gewaltvolle Körperhaltung zur Geste und Attitüde, zum bloßen Zeichen des Bösen.

Das Bild trägt den Titel "Khaver". Da mir dieses Wort unbekannt war, habe ich ein bisschen gegoogelt und bin auf das jüdische Wort khaver (chaver, haver) gestoßen, das mit "Freund" oder "Kamerad" übersetzt wird. Vielleicht ist auch der Bildtitel ein zusätzlicher Hinweis darauf, dass uns Moritz Stumm -  wie auch in seinen anderen Tuschezeichnungen - dazu einlädt, unsere Sehgewohnheiten und Kategorisierungen zu hinterfragen.

Mit dieser Absicht passt er jedenfalls gut in die Ausstellung "Neue Schwarze Romantik", in der dieses Werk zur Zeit zu sehen ist. Denn dort treiben die Künstler und Künstlerinnen möglicherweise mit den Ängsten und Fantasien ihres Publikums spielend

 

mit ihren Werken ein listiges Spiel mit der Wahrnehmung. Ganz bewusst erwecken die Bilder, Objekte und Videos den Anschein dunkler Geheimnisse, indem sie Realität und Surrealität vermischen. Dadurch wird ein Klima der Verunsicherung, des Zweifels und des Ungefähren erzeugt.

 

Die 34 ausgewählten Künstlerinnen und Künstler aus Europa und den USA sprechen verschiedenste dunkle Themen an.

 

Die Gewöhnlichkeit des Bösen. Die kriminelle und zugleich distinguierte Art der Macht. Die glatten Oberflächen der Begierden. Die finster in den Untergrund gebetteten Geschäfte und amoralischen Netzwerke. (vgl. Stadtgalerie Kiel)

 

Moritz Stumm (* 1981 in Marburg/D) bekam bereits als Musikvideoregisseur internationale Anerkennung, bevor er Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin studierte. Er setzt er sich multimedial mit Video, Skulptur und Installation auseinander, arbeitet auch weiterhin als VJ und betreibt das Label Flippig the Coin, das musikalische Arbeiten Bildender Künstler veröffentlicht. Moritz Stumm lebt und arbeitet seit 2003 in Berlin.

Die Ausstellung "Neue Schwarze Romantik" wird in der Stadtgalerie Kiel noch bis zum 31. Oktober 2017 gezeigt. Sie ist eine Kooperation mit dem Künstlerhaus Bethanien (Berlin) und seinem Geschäftsführer & Kurator Christoph Tannert.

 

Ausstellung, Zeichnung
12. Oktober 2017 - 8:17

Der Kopf des Mopses scheint aus dem Skizzenbuch herauszukommen, der kleine Hund auf der Unterlage zu liegen. Die Zeichnungen sind derart realistisch, dass ich am liebsten hingreifen will, um mich zu vergewissern, dass der Schein trügt. Diese Diskrepanz zwischen der zweidimensionalen Zeichnung und der dreidimensionalen Wirkung ist es auch, die den Betrachter und die Betrachterin fröhlich stimmt und schmunzeln lässt.

 

Drawing of Elsje! © Nicolas V. Sanchez

My big boy © Nicolas V. Sanchez

 

Chichi © Nicolas V. Sanchez

 

Nur mit ein paar Kugelschreibern zeichnet der in New York ansässige Künstler Nicolas V. Sanchez diese meisterhaften Porträts in seine kleinformatigen Skizzenbücher. Mit seiner präzisen und gekonnten Anwendung von Höhungen und Schattierungen erzeugt er einen nuancenreichen plastischen Eindruck. Dabei baut er die Form durch mehrere Schichten Kreuzschraffur auf. Da er kaum mit Bleistift vorzeichnet, muss er diszipliniert und fehlerlos arbeiten: Sein Werkzeug erlaubt keine Korrekturen.

Nicolas V. Sanchez hat mit diesen kleinen themenorientierten Büchern in Internet-Blogs eine große Bekanntheit erlangt. Aber er kann noch viel mehr! Er arbeitet in verschiedenen Medien und unterschiedlichen Größen. Auf seiner Homepage finden sich Beispiele seiner Auftragsarbeiten: (Hunde-) Porträts mit Kugelschreiber, aber auch Kohlezeichnungen und naturalistische sowie abstrahierende Ölgemälde.

 

colored ballpoint pen © Nicolas V. Sanchez

colored ballpoint pen © Nicolas V. Sanchez

colored ballpoint pen © Nicolas V. Sanchez

colored ballpoint pen © Nicolas V. Sanchez

colored ballpoint pen © Nicolas V. Sanchez

colored ballpoint pen © Nicolas V. Sanchez

 

In einem Interview spricht der Künstler über die Bedeutung der Materialien für seine Arbeit und wie verschiedene Themen und Ideen unterschiedliche Herangehensweisen erfordern, um zum wirkungsvollsten künstlerischen Ergebnis zu kommen.

Sanchez ist in Michigan aufgewachsen und hat sowohl dort als auch in New York studiert. Seine Arbeiten geben noch einen Einblick in diese bäuerliche Welt und ländliche Kultur mit ihren Kühen, Ziegen und - seinem Lieblingsmotiv – Schafen. Eine ganz kleine Auswahl dieser sensiblen Tierporträts möchte ich Ihnen keinesfalls vorenthalten!

 

Bridgman goat, colored ballpoint pen, 3.5 x 5.5 in, 2013 © Nicolas V. Sanchez

El Ojo, oil on panel, 6 x 6 in, 2014 © Nicolas V. Sanchez

Petro, oil on canvas, 24x30in, 2017 © Nicolas V. Sanchez

oil on panel, 6x6in, 2016 © Nicolas V. Sanchez

Summer rotation, oil on canvas, 24x30in, 2017 © Nicolas V. Sanchez

Bound, oil on board, 18 x 18 in, 2012 © Nicolas V. Sanchez

Backwoods flock 3, oil on canvas, 24x30in, 2017

 

Nicolas V Sanchez lebt und arbeitet in New York.

Weitere Arbeiten auf der Facebook- und Instagram-Seite des Künstlers

alle Bilder © Nicolas V. Sanchez

Auch dieser Blogbeitrag geht auf eine Anregung von Andrea Antoni zurück, vielen Dank dafür!

 

4. Oktober 2017 - 7:59

Hunde mit violettem Teppich, 2017 © Verena Crow

 

Gibt es ein Bild einer Hündin, das Mutterglück besser ausdrücken kann als dieses? Noch ein bisschen unsicher, aber ganz entspannt blickt die Hundemutter in Erwartung dessen, was noch auf sie zukommen wird. Nur nicht bewegen, damit das Kleine, das sich in den Raum zwischen Kopf und Vorderbeinen schmiegt und gleichzeitig abstemmt, nicht aufwacht!

Wie gut passt auch der komplementärfarbene, fröhliche Teppich dazu, der die stille Heiterkeit und Freude in seinem Muster aufnimmt.

Ein kleines Dilemma tut sich im unteren Bild auf: Der aufmerksame und besorgte Blick richtet sich auf den nur wenig entfernt liegenden Welpen, während die Mutter in der selbstgewählten Ruhe und schutzgewährenden Regungslosigkeit verharrt.

 

Hunde auf blauem Hintergrund, 2017 © Verena Crow

Hundefamilie violett, 2017 © Verena Crow

Welpen mit rotem Teppich, 2017 © Verena Crow

Hunde-Siesta, 2017© Verena Crow

3 Welpen, 2017 © Verena Crow

4 Welpen barock, 2017 © Verena Crow

4 Welpen auf Gelb, 2017 © Verena Crow

Hündin mit Welpen, 2017 © Verena Crow

Hunde zinkoxyd, 2017 © Verena Crow

 

Der Künstlerin gelingt es, für ganz basale Empfindungen wie Fürsorge, Zuneigung und Zufriedenheit erfrischend unkomplizierte Kompositionen zu finden. Die Unbefangenheit und Arglosigkeit der Welpen findet in der einfachen, fast naiv anmutenden Formensprache eine Entsprechung. Inhalt und Form stehen wunderbar im Einklang miteinander.

Verena Crow hat am Salzburger Mozarteum und an der Akademie der bildenden Künste in Wien studiert. Sie lebt und arbeitet in Klosterneuburg.

Vom 20. bis 22. Oktober 2017 nimmt Verena Crow an der Gemeinschaftsausstellung "sagt in süssen schmertzen..." teil, die am Freitag, dem 20. Oktober um 19.30 Uhr mit einem Konzert im Kulturhaus Alter Pfarrhof, Kirchplatz 2, in St.Andrä-Wördern/Niederösterreich eröffnet wird.

alle Bilder © Verena Crow

 

Ausstellung, Malerei
27. September 2017 - 7:56

Wenn ich irgendwo ein Bild mit Hund einer mir unbekannten Künstlerin entdecke, suche ich zuallererst deren Homepage auf und klicke mich für einen ersten Eindruck durch die Bilder. Tauchen vielleicht öfter Hunde auf?

Was ich auf Slava Seidels Homepage entdeckt habe, waren großformatige Malereien, mit Sepiatusche angefertigt. Hasen überwogen, die paar Hunde sehen sie unten:

 

o.T., 2010 © Slava Seidel

 

Auf fast allen Bildern war ein architektonischer Raum oder eine Bühnenkulisse zu sehen.

Nicht nur die Technik - Sepiatusche spaltet sich in verschiedene Farbtöne - evoziert Altes, Vergangenes, Im-Übergang-Befindliches, Zerfallenes, auch die Gebäude und kunsthistorischen Zitate scheinen aus dem Barock, Rokoko und der Romantik zu stammen. (Lesen Sie in den Texten von Claudia Olbrych und Florian Koch Genaueres über den technischen Herstellungsprozess dieser Tuschebilder).

 

o.T., 2010 © Slava Seidel

o.T., 2012 © Slava Seidel

ancora qui, 2013 © Slava Seidel

Gute Stube, 2013 © Slava Seidel

 

Besonders ihre frühen auf der Homepage gezeigten Arbeiten von 2011 wirken auf mich wie Illustrationen kryptischer oder dystopischer Kurzgeschichten, wie Phantasiearchitektur - unverwurzelt am konkreten Ort.

 

The Game, 2013 © Slava Seidel

Derealisation, 2013 © Slava Seidel

RaumFlucht, 2014 © Slava Seidel

 

Slava Seidels Kunst ist energievoll, das Malen geschieht aus einem Impetus heraus, aus einer ausladenden Geste, die kein Vorzeichnen und keine Vorsicht kennt. In einem Kurzporträt auf der Homepage der Galerie Heitsch spricht sie über ihren Schaffensprozess.

Wieso dieses Drauflosmalen, das Zupapierbringen der surrealen Kompositionen so oft gelingt, liegt einerseits an ihrer Vorstellungskraft, andererseits an der Könnerschaft und Präzision, mit der die Künstlerin Perspektiven einsetzt, aufbricht und verzerrt. Der sichere Umgang mit historischer Architektur sowie unterschiedlichsten Blickwinkeln geht noch auf ihre Ausbildung zur Innenarchitektin in der Ukraine zurück. Ebenso erkennbar ist ihre frühere Arbeit als Bühnenbildnerin.

 

Hasenjagd, 2014 © Slava Seidel

Auftritt, 2014 © Slava Seidel

Dog Recognize Himself in a Mirror, 2015 © Slava Seidel

Behind the scenes, 2015 © Slava Seidel

Exit - Entrance, 2015 © Slava Seidel

 

Slava Seidel (* 1974 in Krivoj Rog/Ukraine) studierte Innenarchitektur in Sankt Petersburg und arbeitete kurze Zeit als Bühnenbildnerin, bevor sie im Jahr 2000 nach Deutschland kam und von 2002-2008 an der Städelschule in Frankfurt/Main studierte.

alle Bilder © Slava Seidel

 

Malerei, Zeichnung
19. September 2017 - 19:40

My morning routine - coffee, paper, and a nap... © RaisingTheRuf.com

My morning routine - coffee, paper, and a nap...

 

Sara Rehnmark, eine Hunde-Fotografin aus Santa Monica in Kalifornien, zeigt uns, wie entzückend und humorvoll Fotos eines Hundes sein können, auch ohne ihn zu verkleiden. Ruf scheint vielmehr Teil einer liebevollen Montage aus Stoffen und Stofftiergefährten zu sein, die uns an seinen traumhaften Abenteuern teilhaben lässt.

 

How's it hangin'? © RaisingTheRuf.com

How's it hangin'?

This week I've been working like a dog. TGIF!!!! © RaisingTheRuf.com

This week I've been working like a dog. TGIF!!!!

Every bunny was kung fu fighting... (and some pigs, frogs and dogs too) © Raisin

Every bunny was kung fu fighting... (and some pigs, frogs and dogs too)

Dogysseus and the singing Sirens ... © RaisingTheRuf.com

Dogysseus and the singing Sirens ...

Hop over the bunny and through the woods, to Grandmother's house we go! © Raisin

Hop over the bunny and through the woods, to Grandmother's house we go!

It's a jungle out there!!! © RaisingTheRuf.com

It's a jungle out there!!!

Reindeers and chipmunks and rabbits, OH MY! © RaisingTheRuf.com

Reindeers and chipmunks and rabbits, OH MY!

Hold your horses... © RaisingTheRuf.com

Hold your horses...

 I'll get you, my pretty, and your little dog too....  © RaisingTheRuf.com

 I'll get you, my pretty, and your little dog too.... 

 

Rufus' Frauchen hofft, dass uns die Fotos des vierjährigen Pharaonenhundes zum Schmunzeln bringen, und ich hoffe, meine Auswahl aus der Serie "Adventures while sleeping" gefällt Ihnen!

Ich möchte mich an dieser Stelle bei Andrea Antoni bedanken, die mir den Link zu diesen bezaubernden Hundefotos zukommen ließ!

Noch viele andere Fotos von Rufus können Sie in Sara Rehnmarks Blog bestaunen.

alle Fotos © Sara Rehnmark/RaisingTheRuf.com

 

LeserInnen empfehlen, Fotografie
1. September 2017 - 17:20

aus der Serie: In Bed © Lisa Strömbeck

 

Die schwedische Künstlerin Lisa Strömbeck zeigt in ihrer Fotoserie "In Bed" (2015) den physischen Kontakt zwischen Tier und Mensch im Bett. Die Schönheit von schlafenden, in sich ruhenden Lebewesen interessiert sie dabei ebenso, wie das Phänomen der Ruhe, das im Bett als stillsten und intimsten Ort seinen Ausdruck findet.

Entstanden sind Fotos, die Wärme, Vertrauen und Verbundenheit ausdrücken. Ist es nicht unmöglich, sich einsam zu fühlen, wenn der Hund, der uns vorbehaltlos liebt, neben einem atmet?

 

aus der Serie: In Bed © Lisa Strömbeck

aus der Serie: In Bed © Lisa Strömbeck

aus der Serie: In Bed © Lisa Strömbeck

aus der Serie: In Bed © Lisa Strömbeck

aus der Serie: In Bed © Lisa Strömbeck

aus der Serie: In Bed © Lisa Strömbeck

 

Das letzte Bild zeigt Lisa Strömbecks Mann Niels neben ihrem alten Hund Ivan, in dessen Lieblings-Schlafposition. Im Laufe seines fast sechzehnjährigen Lebens half ihr Ivan, ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit zurückzuerlangen, das sie aus ihrer Kindheit kannte, wenn sie sich neben ihrem Hund zusammenrollte.

Als die Künstlerin 2009 auf Meg Daley Olmerts Buch "Made for Each Other – the Biology of the Human-Animal Bond” stieß, fand sie endlich das bekräftigt, was sie ohnehin fühlte. Ihre Empfindungen wurden in neurowissenschaftlichen Forschungsergebnissen bestätigt:

Es macht den Menschen nicht nur glücklich mit einem Hund zu leben, es ist auch gesund. Das Streicheln des Hundes stabilisiert den Blutdruck, vermindert Stress und lindert Schmerzen. Wenn wir unseren Hund streicheln, erhöht das die Produktion des Hormons Oxycotin, das uns nicht nur vertrauen lässt, sondern alle sozialen Interaktionen beeinflusst.

Lisa Strömbeck (*1966 in Andrarum/Schweden) beschäftigt sich vor allem mit den Medien Fotografie, Video und Collage. Immer wiederkehrend ist das Motiv des Tieres und die Beziehung und Hierarchie zwischen Tieren und Menschen.

Die Fotoserie "Uniform" (2008/09) zeigt unter anderem Hunde, die von Menschen gehalten werden. Dabei ähnelt die Pelzbekleidung der Menschen dem Fell der Tiere in Farbe und Textur. Auf den ersten Blick sehen wir lediglich eine einheitliches und gleichförmiges Fellkonglomerat, ergänzt durch Hände, Zungen und Augen. Vordergründig betrachtet sind die Fotos witzig und formal sehr gelungen. Doch auf den zweiten Blick sind sie ein Beispiel dafür, wie der Mensch Tiere kategorisiert (Nutztiere, Haustiere, etc.) und kulturell unterschiedlich bewertet.

Denn darauf lenkt Lisa Strömbeck unser Augenmerk: Wir verwöhnen unsere Haustiere, den anderen ziehen wir das Fell ab. Während die Empörung groß ist, wenn in China Hunde und Katzen für Pelzverbrämungen auf Kapuzen getötet werden, ist es stiller, wenn es um Pelzfarmen geht, in denen die Tiere durch Elektroschocks im Anus langsam und qualvoll sterben. (Zu dieser Fotoserie gibt es auch einen Text auf der Website der Galerie Martin Asbaek von Jane Rowley.)

 

aus der Serie: Uniform © Lisa Strömbeck

aus der Serie: Uniform © Lisa Strömbeck

aus der Serie: Uniform © Lisa Strömbeck

aus der Serie: Uniform © Lisa Strömbeck

 

Auch "In Memory of All Those Who Work Without Ever Getting a Reward" (2007/08) ist eine dreiteilige Videoarbeit über Hierarchien und Machtstrukturen zwischen Mensch und Tier. Ein kleiner Hund muss eine Wurstscheibe auf der Nase balancieren, er muss hinter einem Haufen Wurst sitzen, die er nicht essen darf und er muss liegen bleiben, während auf seinen Pfoten Salamischeiben liegen.

Die Videos erscheinen fast wie Standbilder, so wenig bewegt sich der Hund. Doch gerade weil so wenig passiert, sind sie umso eindringlicher: Mich macht diese Dressur und das darin erkennbare Machtgefälle sehr traurig und betroffen - vor allem das dritte Video, in dem der Terrier immer wieder beschwichtigend zu (s)einem Menschen blinzelt. Da die Protagonisten vor und hinter der Kamera aber vermutlich Ivan und Lisa sind, bin ich überzeugt, dass der Hund eine großzügige Belohnung erhalten hat.

 

 

Alle drei Videos sind auch auf Lisa Strömbecks Homepage zu sehen.

alle Fotos © Lisa Strömbeck

 

21. Juli 2017 - 16:19

Polly, 2017 © Petra Hartl

Polly, 2017, Detail © Petra Hartl

Polly, 2017, Detail © Petra Hartl

Polly, 2017, Detail © Petra Hartl

Polly, 2017, Detail © Petra Hartl

Polly, 2017, Detail © Petra Hartl

 

Das ist Polly! In Smeura/Rumänien aufgewachsen, fand sie als erwachsener Hund Aufnahme bei Mignon aus Bayern. Da meine Hedy auch gebürtige Rumänin ist, hab ich mich sehr gefreut, dass Polly ihre Porträtistin, also mich, kennenlernen wollte. Gemeinsam mit ihrem Frauli und Herrli reiste sie im Wohnmobil nach Wien. Nicht nur für die Hunde ist eine neue Begegnung aufregend und spannend, auch für mich ist es immer ein wunderschönes und bewegendes Erlebnis, Hunde und ihre Menschen zu treffen, die einander achten, schätzen und lieben.

 

Hedy und Polly, Foto: Petra Hartl

Hedy und Polly, Foto: Mignon Dobler

 

Die beiden Hundemädchen haben fleißig beschwichtigt, waren sehr höflich im Umgang miteinander, aber anfänglich ein bisschen zurückhaltend. Im Laufe des Spaziergangs (Nussdorf-Kahlenberg-Nussdorf) war es wunderbar zu beobachten, wie sie ein ähnliches Tempo entwickelten, nicht verspielt, aber doch aufeinander bezogen waren. Was sie sich auf rumänisch zugebellt haben, weiß ich natürlich nicht. Vielleicht waren es Beschwerden darüber, dass sie beide an der Schleppleine gehen mussten. Als ambitionierte Jägerinnen hätten sie ein perfektes Team abgegeben: Hedy mit ihrer rassebedingten Jagdleidenschaft und Polly mit ihrer Schnelligkeit (Windhundmix)!

 

Meine Arbeit