Skulptur

6. September 2012 - 18:00

Beim Betrachten des letzten Eintrags auf Moiras Dog Art Today fiel mir die Künstlerin Suzy Gonzalez auf, die an der "Dog Park" - Ausstellung in der G Gallery in Houston teilnimmt:

 

© Suzy Gonzalez

 

Ihre Hund-Mensch-Kombinationen erinnerten mich sofort an Deborah Sengl. Im Werk der 1974 geborenen österreichischen Künstlerin spielen Tiere die Hauptrolle, natürlich bevölkern da auch viele Hunde ihre Bilder. Meistens malt sie Mischwesen aus Hund und Mensch, manchmal begleiten die Hunde auch andere Chimären.

 

Pudelzüchter, 2004 © Deborah Sengl

Pudelzüchterpreis, 2006 © Deborah Sengl

Hansi Hinterseer, 2007 © Deborah Sengl

Blindenhund, 2005 © Deborah Sengl

Erdbebenhund, 2005 © Deborah Sengl

Deutscher, 2005 © Deborah Sengl

Dobermannpolizisten, 2006 © Deborah Sengl

Hundeskater, 2004 © Deborah Sengl

Hundepensionist, 2005 © Deborah Sengl

Hasenhundefänger, 2010 © Deborah Sengl

Hirschjäger, 2004 © Deborah Sengl

Hasenlangläufer, 2004 © Deborah Sengl

Stillende, 2009 © Deborah Sengl

Stillende, 2009 © Deborah Sengl

Stillende, 2009 © Deborah Sengl

Family Affairs, 2009 © Deborah Sengl

Family Affairs, 2011 © Deborah Sengl

Staffordshirejogger vor Marathonhunden, 2005 © Deborah Sengl

 

Deborah Sengl stelt seit 1995 national und international aus. Zur Zeit ist sie mit Werken in der Galerie Deschler in Berlin sowie der Galerie 422 in Gmunden vertreten.

alle Bilder © Deborah Sengl

 

Malerei, Skulptur, Zeichnung
4. Juni 2012 - 8:58

©Holy Smoke

©Holy Smoke

©Holy Smoke

©Holy Smoke

©Holy Smoke

©Holy Smoke

©Holy Smoke

©Holy Smoke

©Holy Smoke

 

Als ich diese sympathischen Hunde das erste Mal auf Dog Milk Today gesehen hatte, vermutete ich, dass sie sehr klein, vielleicht 10 cm oder in der Größe von Schlüsselanhängern seien. Doch es sind bis zu 50 cm große Skulpturen! In Handarbeit hergestellt werden sie von der Britin Holy Smoke, die dazu nur altes Leinen, Nadel und Faden braucht. Jeder Hund hat einen einzigartigen unverwechselbaren Gesichtsausdruck, ich bilde mir sogar ein, mögliche Rassen zu erraten. Da nicht alle Säume "schön" gestaltet sind, gewinnen die Hunde an ihren ausgefrasten Ohren ganz besonders viel Persönlichkeit! Die Texturen sind glatt (Windhunde?) oder grob, einer schaut aus, als hätte er gerade eine Rauferei hinter sich. Jeder ist ein Unikat!

 

Auf Holy Smokes Homepage können sie noch viele andere Hunde, aber auch Vögel und Vogelnester sehen, über ihren Online-Shop sind auch Grußkarten erhältich.

 

alle Fotos © Holy Smoke

 

 

Skulptur
30. April 2012 - 9:03

Mark Jenkins, Asategue, 2005

Mark Jenkins, Asategue, 2005

Mark Jenkins, Baltimore, 2005

Mark Jenkins, Osnabrück, 2008
Mark Jenkins, Sculptures, 2008; Exhibition "fresh air smells funny" at
Kunsthalle Dominkanerkirche Osnabrück vom 25.01. - 30.03.2008,
Foto via Reinkingprojekte © MRpro

 

Mark Jenkins ist einer der bekanntesten Street Art Künstler, die sich mir Skulptur und Installationen sowohl im urbanen Raum als auch in der freien Natur beschäftigen. Oftmals werden durch die vielfältigen Reaktionen der Passanten aus Installationen regelrechte Performances, was auch ganz den Intentionen des Künstlers entspricht. Jenkins findet, dass seine Installationen erst durch die Interaktionen mit Umraum und Menschen vervollständigt werden und dass sie die soziale Struktur von Städten verändern. Auch die von Passanten angeforderten Sicherheitskräfte bezieht er als Akteure in seine Arbeit mit ein.

 

Mark Jenkins, 1970 geboren, lebt und arbeitet in Washington, DC/USA. Er stellt seine Skulpturen aus transparenten Klebebandabdrücken her: Abdrücke seines Körpers (2003), Abdrücke von Kleinkindern beim "Storker-Projekt" (2005), er  kleidet seine Skulpturen ein (ab 2006). Seine  Abdrücke von Hunden sehen sie oben.

Obwohl Jenkins auch schon im musealen Kontext - zum Beispiel in der Wiener Kunsthalle - ausgestellt wurde, ist seine Kunst für die Straße bestimmt.

Im Jänner 2012 erschien seine erste Monografie "The Urban Theater", die seine Bandbreite an oft verstörenden, aber auch humorvollen Installationen zeigt, sowie Fotoarbeiten, die die spontanen Reaktionen des Publikums auf seine Interventionen dokumentieren.

 

Mark Jenkins, The Urban Theater

 

Mehr über Mark Jenkins auf seiner Homepage und beim Gestalten Verlag.

Auf tapesculpture finden Sie eine Anleitung zum Herstellen von Klebebandskulpturen.

 

Buch, Installation, Skulptur, Street Art
9. April 2012 - 8:53

Wenn Sie meinen Blog regelmäßig lesen, wird es sicher Einträge geben, die Ihnen besser gefallen als andere. Das geht auch mir so! Obwohl ich mich natürlich um gleichbleibende Qualität bemühe, gelingen manche Posts besser und habe ich zu manchen vorgestellten Werken eine innigere Beziehung als zu anderen. Die Idee meines Blogs ist es ja, hunde- und kunstaffine Inhalte, die ich finde, weiterzugeben. Das müssen nicht zwangsläufig Kunstwerke und KünstlerInnen sein, die mir gefallen.

Da ich auch um Regelmäßigkeit bemüht bin, aber nicht immer gleich viel Zeit für den Blog aufbringen kann, greife ich manchmal zu einem Künstler oder einer Künstlerin, von dem oder der ich annehme, der Beitrag sei schnell verfasst und bedarf nicht besonderer Hingabe. Nachdem ein vermeintlicher Lieblingseintrag - Steve McQueen - so banal endete, wollte ich mich dem quasi offensichtlich Banalen stellen: dem Werk von Robert Bradford. Gleich vorweggenommen: Es erwies sich als vielschichtiger, als gedacht.

 

Der britische Künstler Robert Bradford setzt seit etwa 2004 aus vielen Einzelteilen neue Skulpturen zusammen. Diese Einzelteile sind vor allem ausrangierte Plastikspielzeuge seiner Kinder, aber auch Stofftiere, Bürsten, Wäscheklammern. Er begann mit dem Aufbau kleiner Hunde, dann wurden seine Figuren immer größer, bis hin zu lebensgroßen Soldaten aus "Kriegsspielzeug" (wird das Wort heute noch verwendet?)

 

Bradford wollte aus ungeeignetem Material "Lebewesen" kreieren (Menschen und Tiere) und er brauchte lange, um einerseits ein Verfahren zu entwickeln, das die Einzelteile zusammenhielt und das sie andererseits als neues Ding funktionieren ließ. Nach vielen Experimenten fand er schließlich eine Technik die Plastikspielzeuge anzubohren und mit einem Holzskelett zu verbinden.

 

 

Robert Bradford

Robert Bradford

Robert Bradford

 

Der ausgebildete Filmemacher, der eine Zeitlang auch als Psychotherapeut gearbeitet hatte, hielt die traditionellen Materialien wie Stein und Bronze für nichtssagend und langweilig. Er wollte immer Materialien verwenden, die verformbarer sind (er beschäftigte sich mit Feuerskulpturen - großen Holzskulpturen, die er anzündete) und eine Geschichte erzählen. Bradford findet, dass seine Skulpturen schon alleine dadurch Tiefe und Bedeutung bekommen, dass ihr Ausgangsmaterial Bedeutung für die spielenden Kinder, den besitzenden Menschen hatte. Außerdem bekommt das verwendet Spielzeug ein neues "Leben" geschenkt.

 

 

Robert Bradford

Robert Bradford

Robert Bradford

Robert Bradford

Robert Bradford

 

Das Ausgangsmaterial ist noch in einer anderen Hinsicht bedeutsam für ihn: Er erkennt in den kleinen Plastikfiguren anonyme Skulpturen der Industriedesigner, er stiehlt einerseits deren gestalterischen Leistungen, verleiht ihnen aber auch durch seine Verwendung Anerkennung.

 

Seine Skulpturen repräsentieren auch die Kulturgeschichte des Spielzeugs, das Alter seiner Skulpturen kann man sozusagen anhand der Herstellungsdaten der verendeten Einzelteile bestimmen.

 

 

Robert Bradford

Robert Bradford

Robert Bradford

 

In einem Interview erläutert er auch, wieso er aus den Teilen so häufig Tiere erschafft. Redford habe Interesse an Tieren und fühle sich in sie hinein.

 

Animals do have as much right to live here as we do. When you live deep in the country which I have done, you realise much more that we are just sharing the environment with all sorts of things, many of which are not all that popular with us. There is speciesism like there is racism.

 

Ungeachtet desen, ob das in seinen Werken zum Ausdruck kommt, ist diese Haltung doch bemerkenswert. Nur wenige KünstlerInnen kritisieren den Speziesismus, die Diskreminierung anderer Spezies/der Tiere auf Grund von Überlegenheitsdenken des Menschen.

 

Bradfords Werk wird häufig im Sinne einer Nachhaltigkeit, eines Recyclings und einer Konsumverweigerung betrachtet. Obgleich er sich gegen sinnlose Produktion und Konsumation richtet, sieht er sich selbst nicht als Öko-Krieger.

 

Er stellt seine Skulpturen international aus, seine Werke werden von amerikanischen und britischen SammlerInnen gekauft. Eine einheitliche Einschätzung fehlt dennoch, die Bewertung seines Werks reicht von schön, über merkwürdig und exzentrisch bis hin zu  (künslerischem) Müll.

 

Vielleicht haben Sie Lust das interessante Interview mit Bradford zu lesen. Entscheiden Sie dann selbst, ob er seine Arbeit mit Bedeutung überfrachtet oder ob sie an Vielschichtigkeit gewinnt.

 

alle Bilder © Robert Bradford

 

Skulptur
10. März 2012 - 13:16

2003 schied Jack Goldstein durch Selbstmord aus dem Leben, ohne dass sein Werk zu Lebzeiten den Stellenwert bekommen hätte, der ihm zustünde. Der amerikanische "Künstler-Künstler" beeinflusste besonders andere Künstler, ein breites Publikum fand er nie.

Während seines Studiums am neu gegründeten California Institute of the Arts in Valencia in der berühmten "Post Studio Art" - Klasse von John Baldessari stellte er minimalistiche Skulpturen her. Später versuchte er den Minimalismus von der bildenden Kunst auf andere Kunstbereiche zu übertragen und weiterzuentwickeln. Er beschäftigte sich mit Film, Performance, Audio- und Textproduktionen. 1976 entstanden die ersten Schallplatten, die Goldstein sowohl als Kunstobjekte/Skulpturen als auch als Tonträger verwendete.

Bei seinen Experimentalfilmen, die hauptsächlich Mitte bis Ende der 1970er Jahre entstanden, filmte er mit der Standkamera ein einzelnes isoliertes Motiv ab, meist "Requisiten" aus der Filmindustrie: unspektakuläre Alltagsgegenstände oder dressierte Tiere, wie einen auf Kommando bellenden Schäferhund (Shane, 1975). Alle Filme wurden auf 16mm-Material gedreht und orientierten sich eher an theatralischen Inszenierungen als an einer gleichzeitig entstehenden Videoästhetik.

 

 

In den 1980er Jahren galt Goldstein neben Richard Prince, Sherrie Levine, Robert Longo und David Salle als einer der vielversprechendsten Künstler der so genannten Post-Pop-Art. Er war 1982 mit Filmen und Gemälden auf der Dokumenta 7 und 1987 mit Akustischer Poesie auf der Dokumenta 8 vertreten. In den 1990er Jahren zog er sich vom Kunstbetrieb zurück.

Erst in den Nullerjahren unseres Jahrhunderts wurde er wieder vermehrt rezipiert und ausgestellt: 2002 im Kunstverein Hamburg und 2009 im Museum moderner Kunst in Frankurt am Main. Eine kurze Zeitspanne konnte er also seine Wiederentdeckung miterleben.

Einen guten Überblick über Jack Goldsteins filmisches Schaffen sehen sie auf UBUWEB. Einen sehr informativen Text über Leben und Werk schrieb Sebastian Frenzel 2009 für das monopol-Magazin.

 

Film, Performance, Skulptur
4. März 2012 - 12:22

Erkennt nicht irgendein Amerikaner alle paar Wochen Jesus, Maria oder Elvis Presley auf einem verschimmelten Stück Käse und verkauft dann diese "Reliquie" auf ebay? Das war die erste Assoziation, die Tibi Tibi Neuspiels Werk bei mir auslöste.

 

Tibi Tibi Neuspiel, Morality Sandwich, 2010
Tibi Tibi Neuspiel: Morality Sandwich, 2010; Lassie als moralische Instanz

 

Mein zweiter Gedanke war: Wie bringt er die Gesichter auf den Toast? Bestreicht er manche Stellen dick mit Butter, damit sie im Toaster schön braun gebrannt werden, oder müssen im Gegenteil die hellen Stellen mit Fett bestrichen werden? Fragen über Fragen!

Erst in dem Blog The Museum of Ridiculously Interesting Things fand ich Antworten. Die "Toastbrote" sind kleine Wachsskulpturen: "beautifully crafted encaustic wax sculptures". Für den Begriff "encaustic" habe ich keine Übersetzung gefunden, die mich dem Entstehungsprozess näherbrachte - ich selbst bin keine Bastlerin und kenne mich mit handwerklichen Techniken nicht aus. Aber anscheinend stellt Tibi Tibi Neuspiel kleine Wachsskulpturen her, die er dann akribisch bemalt. Seine Arbeit geht freilich über das Kunsthandwerkliche hinaus. Folgt man Rachel Anne Farquharson Argumentation, dann steht Tibi Tibi Neuspiel in einer Tradition - begonnen mit Duchamps Ready-mades - in der Objekte politische, soziale und kulturelle Inhalte transportieren, wenngleich im ersten Moment das Humorvolle und vermeintlich Lächerliche, das Absurde im Vordergrund steht.

Es gibt auch Toasts mit den Porträts von van Gogh etc. sowie Toasts, die "Assassination Sandwich" - Serie (2009, 2010), bei denen nur der Käse Attentäter und Opfer trennt: Princip/Kronprinz Ferdinand oder Ray/Martin Luther King.

 

Tibi Tibi Neuspiel, Assassination Sandwich, 2009

 

Wenn sie mehr über den kanadischen Künstler und sein Werk erfahren wollen, schauen Sie sich dieses Video-Interview an.

 

alle Bilder © Tibi Tibi Neuspiel

 

Skulptur
15. Februar 2012 - 12:42

Dreißig Hundeskulpturen aus Plastiform bevölkerten im Herbst einen Galerieraum, schnüffelnd, neugierig dreinblickend, das Bein hebend, die Posen dem realen Hundeleben abgeschaut. Die menschlichen Begleiter waren nicht zu sehen, die Leinen endeten an den Galeriewänden, wo auch grafische Arbeiten präsentiert waren.

"In Dogs, einer Raum füllenden Installation aus stilisierten Hunden und einem Geflecht von Hundeleinen, wird das Selbstverständliche komisch. Wer führt hier wen an der Leine herum? Abstrakt jedes einzelne Tier, als rudelhafte Gruppe präsent, wirft Dogs viele Fragen auf", hieß es im Begleittext zur Ausstellung in der Berliner Galerie Wagner+Partner.

Die Zwillinge Maria & Natalia Petschatnikov (*1973), die aus St. Petersburg/Russland stammen und seit etlichen Jahren in Berlin leben, treten künstlerisch gemeinsam auf. Ihr Werk bewegt sich in den Grenzbereichen Malerei und Installation.

 

Maria & Natalia Petschatnikov, Dogs, 2011
Maria & Natalia Petschatnikov, Dogs, 2011, Wagner+Partner, Berlin 2011

Maria & Natalia Petschatnikov, Dogs, 2011
Maria & Natalia Petschatnikov, Dogs, 2011, Studio view, Berlin 2011

Maria & Natalia Petschatnikov, Dogs, 2011
Maria & Natalia Petschatnikov, Dogs, 2011, Studio view, Berlin 2011

Maria & Natalia Petschatnikov, Dogs, 2011
Maria & Natalia Petschatnikov, Dogs, 2011, Wagner+Partner, Berlin 2011

Maria & Natalia Petschatnikov, Dogs, 2011
Maria & Natalia Petschatnikov, Dogs, 2011, Wagner+Partner, Berlin 2011

Maria & Natalia Petschatnikov, Dogs, 2011
Maria & Natalia Petschatnikov, Dogs, 2011, Wagner+Partner, Berlin 2011

Maria & Natalia Petschatnikov, Dogs, 2011
Maria & Natalia Petschatnikov, Dogs, 2011, Anne-Marie Siegel Collection, Hamburg 2011

Maria & Natalia Petschatnikov, Dogs, 2011
Maria & Natalia Petschatnikov, Dogs, 2011, Wagner+Partner, Berlin 2011

Maria & Natalia Petschatnikov, Dogs, 2011
Maria & Natalia Petschatnikov, Dogs, 2011, Foto via Bertine's Blog

Maria & Natalia Petschatnikov, Dogs, 2011
Maria & Natalia Petschatnikov, Dogs, 2011, Foto via Kunst-Magazin

Maria & Natalia Petschatnikov, Exoten, The wolf and the eggs, 2010
Maria & Natalia Petschatnikov, The wolf and the eggs, 2010, Serie "Exoten"

Maria & Natalia Petschatnikov, Exoten, The wolf and the eggs, 2010
Maria & Natalia Petschatnikov, The wolf and the eggs, 2010, Installationsansicht
Kunstverein Wolfenbuettel 2010

 

Installation, Malerei, Skulptur
8. Februar 2012 - 10:28

Renée Sintenis, Bär, 1932

 

Wenn Ihnen dieser kleine Bronzebär bekannt vorkommt, dann haben Sie vollkommen recht: Er ist die Vorlage für den "Goldenen Bären" und den "Silbernen Bären" der Berliner Fimfestspiele, die seit 1951 verliehen werden. Seit der Gründung des Festivals werden die Bären von der Berliner Gießerei Noack hergestellt.

 

Goldener Bär der Berlinale
Foto via Berlinale

 

Seine Schöpferin, Renée Sintenis (1888-1965), war während der 1920er Jahre eine geschätzte Bildhauerin und Grafikerin, besonders ihre Tierfiguren verhalfen ihr zum Durchbruch und wurden ihr Markenzeichen. 1933, nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, erhielt sie Ausstellungsverbot, ihre Werke galten als "entartet". In den Nachkreigsjahren wurde ihr Werk vielfach geehrt, so erhielt sie 1952 als zweite Frau nach Käthe Kollwitz den "ordre pour le mérite" für Wissenschaften und Kunst.

 

Renée Sintenis, Junger Bär, 1932

Renée Sintenis, Liegender Hund, 1928

Renée Sintenis, Junger liegender Hund, 1935

Renée Sintenis, Skye-Terrier, 1928

Renée Sintenis, Liegender Cockerspaniel, 1930

Renée Sintenis, Sitzender Cockerspaniel, 1930

 

1917 heiratete Renée Sintenis den Künstler Emil Rudolf Weiß, der sie gemeinsam mit ihrem Hund Oscar malte.

 

Emil Rudolf Weiss, Renée Sintenis mt ihrem Hund, 1930

 

Alle Fotos der Arbeiten von Renée Sintenis © Galerie Ludorff

Eine ausführliche Biografie der Künstlerin finden Sie z.B. auf Lespress.

 

Skulptur, Zeichnung
25. Januar 2012 - 10:31

Dana Meyer, Eisläufer, 2010-2011

 

Relativ selten stoße ich auf Bildhauerinnen, seltener auf Bildhauerinnen, die figurativ arbeiten und noch dazu Hunde darstellen. Dana Meyer, 1982 in Halle/Deutschland geboren, ist Absolventin der Studienrichtung Bildhauerei/Metall der Kunsthochschule Halle und präsentierte 2011 ihre Diplomarbeit "Eisläufer" - eine mehrteilige Stahlplastik aus kraftstrotzenden Hunden und einem sich plagenden Humanoiden. Einzeln geschmiedete Stahlsegmente sind zu Körpern geformt, welche einen erschöpfenden Existenzkampf ahnen lassen, ein Streben auf ein imaginäres Ziel hin.

 

 

Dana Meyer, Eisläufer, 2010-2011

Dana Meyer, Eisläufer, 2010-2011

 

Bis 12. Februar 2012  wird ihre Gruppe im Kunstforum Halle ausgestellt, allerdings ohne den Menschen und die Eisschollen, da die ganze Figurengruppe zu schwer ist. Dazugefügt wurde allerdings ein weiterer Hund. "Eisläufer" ohne Eisläufer demnach. Aber hier interessieren ja die Hunde. Ein Glücksfall für uns, die neue Aufstellung.

 

Dana Meyer, Neuaufstellung, 2012

Dana Meyer, Brutus, 2010

Dana Meyer, Hund, 2010

 

Dana Meyer malt auch. Auf ihrer Homepage findet sich eine interessante Gassihühner-Serie.

 

Skulptur
25. November 2011 - 9:22

Maria Rucker, Wolf, 2001
Maria Rucker, Wolf, 2001, Dolomit, 25 x 25 x 10 cm, Wandskulptur

Maria Rucker, Tartufo, 1998
Maria Rucker, Tartufo, 1998, black Belgian marble, 12 1/2 x 9 x 7 inches

Maria Rucker, Tiernasen 2001
Maria Rucker, Tiernasen, Wandobjekte 2001, Sandstein, Dolomit, Kalkstein, Grauer, rot-geäderter Marmor, Kalkstein, Maße verschieden, z.B. Lama 24 cm x 20 cm x 26 cm

 

Die deutsche Bildhauerin Maria Rucker hat sich in ihrem vielfältigen Werk auch mit Tieren - besser gesagt mit deren Nasen und Pfoten - beschäftigt. Die Künstlerin, die ihr Studium zu Beginn der 1990er Jahre an der Akadmie der bildenden Künste iin München abgeschlossen hat, erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, darunter 1999 ein Artist-in-Residence-Stipendium in Roswell, New Mexico, USA. Diesem verdanken die Einheimischen die 1,8 Tonnen schwere Riesenpfote. Aber auch in Deutschland ist die Künstlerin mit ihren Werken sowohl im öffentlichen Raum als auch in vielen Sammlungen vertreten. Im Sommer waren ihre Tiernasen im Münchner Haus der Kunst bei der Ausstellung "tierisch" zu sehen.

 

Maria Rucker, Paw, 1999
Maria Rucker, Paw, 1999, Kalkstein, 16 x 40 x 34 cm

Maria Rucker, Giant Paw, 2000
Maria Rucker, Giant Paw, 2000, rotes Konglomerat, 155 x 125 x 56 cm, ca 1,8 t, Roswell,
New Mexico/USA

Die Künstlerin lebt in München und Carrara/ItalienDie Fotos stammen von ihrer Homepage, der großen Kunstausstellung München sowie der Pollock-Krasner Foundation.

 

Skulptur