16. Mai 2017 - 22:55

Noch bis zum 11. Juni 2017 ist die Sammlung Klewan - Porträt(s) der Moderne in der Orangerie des Unteren Belvederes zu sehen. Die Sammlung umfasst bedeutende Werke der internationalen klassischen Moderne bis hin zu zentralen Positionen der Nachkriegskunst. Helmut Klewan, Kunstkenner und Galerist, pflegte Kontakt zu bedeutenden österreichischen Künstlerinnen und Künstlern, darunter Arnulf Rainer, Friedensreich Hundertwasser und Maria Lassnig.

Eine der ausgestellten Künstlerinnen ist Regina Götz (*1966 in Bludenz/Österreich), die von 1986 bis 1994 bei Maria Lassnig an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien studierte.

Wie Maria Lassnig thematisiert auch Regina Götz Körperwahrnehmung und -empfindung. Das Selbstporträt zieht sich als roter Faden durch das schmale Werk. Auf mehreren Bildern befinden sich Tiere, trotzdem sind die Gemälde nicht idyllisch: Schmerz und Krankheit sind in ihnen präsent. Bei genauerem Betrachten der Selbstbildnisse erkennt man den Filter im Halsbereich, den die Künstlerin nach einer Kehlkopfoperation trägt.

 

Regina Götz, o.T., 2006 und 2008 © Belvedere Wien

 

Die Gemälde lassen eine Vielzahl von Assoziationen zu. Menschliche und tierische Körper werden vermessen. Der Trend zur Optimierung des Körpers hin zur Perfektion steht im Gegensatz zu seiner realen Verwundung und Fragilität. Die Tiere fungieren dabei auch als Vermittler, die es dem Betrachter/der Betrachterin erleichtern sollen, ins Bild einzusteigen, sich auf das Bild einzulassen.

Humor und Witz ist beim unteren Gemälde zu erahnen. Die Künstlerin stellt sich als nackte "Salome" mit dem Haupt von Wolfgang Zinggl, dem Kultursprecher der Grünen, dar. Dieser "Johannes" schaut ganz ungläubig, als scheint er sich zu fragen, wie es so weit kommen konnte. Auch der Dalmatiner blickt ganz fassungslos auf das Tablett.

 

Regina Götz, o.T. © Regina Götz

 

Nur alle zwei Jahre stellt die Vorarlbergerin, die in Wien lebt, ein Bild fertig. Besondere Aufmerksamkeit beim langwierigen Entstehungsprozess widmet sie den Augen. ihr Ziel ist es, dass das Bild quasi zurückschaut. Wie schön für uns, dass auf einigen Bildern ein Dalmatiner mit dabei ist!

Quelle: Die Presse, Wiener Zeitung, Belvedere

 

Ausstellung, Malerei
10. Mai 2017 - 15:40

Sicher kennen Sie Virginia Woolf! Aber haben Sie auch schon von Vanessa Bell gehört? Sie war die ältere Schwester der Schriftstellerin und bildende Künstlerin. Als Malerin des Post-Impressionismus wurde sie in ihrer pastosen, kraftvollen Malerei vor allem von Matisse inspiriert. Neben der Malerei beschäftigte sie sich mit Illustration, Innenarchitektur und Design.

 

Vanessa Bell, Leonard Woolf's Dog Sally

 

Vanessa Bell (1879-1961) studierte an der Royal Academy School und stellte ab 1912 zuerst in London, dann auch international in Paris, Zürich und Venedig aus. Nach dem Tod der Eltern lebte sie mit ihren Geschwistern im Londoner Stadtteil Bloomsbury, wo regelmäßige Treffen mit anderen Künstlern und Intellektuellen zur Bildung der Bloomsbury Group führten. Später übersiedelten sie ins Landhaus nach Charleston/Sussex.

Im Jahr 1907 heiratete sie  Clive Bell, später zog mit dem homosexuellen Maler Duncan Grant und seinem damaligen Freund David Garnett zusammen, blieb ihrem Ehemann dennoch stets freundschaftlich verbunden. Ihre progressive Einstellung gegenüber freier Liebe und ihre allgemeine Weltoffenheit machten sie zur "bodenständigen, domestizierten Göttin" der queeren Szene von Bloomsbury. (dazu Artikel in Broadly)

 

Vanessa Bell, Leonard Woolf's Dog Sally

 

In England gilt Vanessa Bell als strahlende, unkonventionelle Figur, um die sich ein exzentrischer Freundeskreis drehte. Obwohl sie eine zentrale Figur und Muse der Bloomsbury-Gruppe war, blieb sie lange im Schatten ihrer berühmteren Schwester und wurde vor allem wegen ihres abwechslungsreichen Liebeslebens rezipiert. Erst ein halbes Jahrhundert nach ihrem Tod wird sie ausschließlich als Künstlerin betrachtet und ihr Werk in einer Einzelausstellung in der Londoner Dulwich Picture Gallery präsentiert. Die Ausstellung ist noch bis zum 4. Juni 2017 zu sehen.

 

Leonard und Virginia Woolf, Foto von Gisele Freund © Estate Gisele Freund/IMEC I

 

Eingang in den Blog findet Vanessa Bell, weil sie auch Sally, den Hund ihres Schwagers Leonard Sidney Woolf malte. Wie gut ihr das gelungen ist, sehen Sie im Vergleich mit dem unteren Foto.

 

Leonard und Virginia Woolf, Foto von Gisele Freund © Estate Gisele Freund/IMEC I
Leonard und Virginia Woolf, Foto von Gisele Freund © Estate Gisele Freund/IMEC Images

 

Quellen: Frauenbiographieforschung, Broadly, Dulwich Picture Gallery, Die Zeit

Bilder via pinterest

 

Ausstellung, Malerei
25. April 2017 - 10:55

Snowscape with dog, 2004 © Siert Dallinga

 

Ein alter Computer, eine Bananenschachtel, Kind und Hund im Schnee: Mir hat dieses Bild von Siert Dallinga, das ich zufällig im Internet gefunden habe, so gut gefallen, dass ich es Ihnen zeigen wollte. Spüren Sie auch die eisige Kälte, die es verströmt und wollen Sie nicht auch durch das dichte Fell des Hundes streichen?

"Not yet" heißt es lapidar auf der Homepage des Künstlers unter dem Menüpunkt "About". Mir ist es leider nicht gelungen, an anderer Stelle Informationen über den Künstler zu finden, außer dass er aus den Niederlanden stammt und 1954 geboren ist.

Lediglich die Bildersuche brachte noch weitere Bilder mit Hund zum Vorschein, auch diese durchaus sehenswert!

 

Mud, 2006 © Siert Dallinga

Dog, 1990 © Siert Dallinga

Politieman op duin met hond, 1990 © Siert Dallinga

 

alle Bilder © Siert Dallinga

Malerei
15. April 2017 - 8:40

o.T.© Joseba Eskubi

 

Der baskische Künstler Joseba Eskubi lässt in seinen kleinformatigen Bildern aus dicken, gestisch angelegten Farbmassen Figuren/Körper/Objekte entstehen. In seinen so genannten "Collagen" stecken unter diesen Lawinen von Farbmassen Fotografien -  unter anderem von Hunden.

Meist teilt ein Horizont die zwei Farben des gleichmäßig angelegten Hintergrundes. Erschafft Eskubi damit in unserer Vorstellung das "Draußen" von abstrakt anmutenden Landschaften, in denen Körper und Knäuel, wie vom Himmel gefallen, herumliegen? Oder malt er ein "Drinnen", eine Art Bühnenraum, in dem Figuren wie Silhouetten vor dem Hintergrund aufragen?

Seine gemalten "Objekte" - es sind zumeist organische, weiche, amorphe Formen in Zersetzung oder Bewegung, rätselhaft, mystisch, unruhig - sind in unterschiedlichen Ausprägungen zwischen Figuration und Abstraktion angesiedelt. Dabei versucht der Künstler jedem Bild eine eigene Atmosphäre, einen eigenen Charakter wie bei einem Porträt einer bisher unbekannten Sache zu verleihen.

 

o.T.© Joseba Eskubi

 

Anlässlich einer Ausstellung in der Galerie Artdocks in Bremen weist Uwe Goldenstein auf die Präsenz dieser Kreaturen/Körper hin: Diese fragilen, scheinbar nur durch die Farbschlieren zusammengehaltenen und in einem morphologischen aber gleichzeitig unbestimmten Sinn sehr lebendig erscheinenden Körper verweilen ganz selbstverständlich im Raum.

Ich habe nur drei Beispiele ausgewählt, die aber stellvertretend für eine Vielzahl ähnlicher Werke stehen, die zwar Assoziationen von Verhüllungen, Verschleimungen und Eingewobensein auslösen, sich aber dennoch einer konkreten Interpretation widersetzen.

Besonders im unteren Bild sehe ich ein Wesen, das noch eingesponnen, eingewickelt ist, das sich erst entpuppen muss - im biologischen und übertragenem Sinn. Im Grunde ist es nur ein Farbhaufen, der so viel Verletzlichkeit und Zartheit ausstrahlt, dass er bei mir Mitgefühl auslöst. Expression und Sensibilität sind bei Eskubi kein Gegensatz. Seine gestische und ungestüme Malerei findet ihre wesentlichen Züge im Unbewussten und Instinkt. (vgl. dazu dieses Interview mit Joseba Eskubi)

Wichtig ist dem Künstler das Hervorheben der materiellen Substanz der Bilder. Eskubi geht es auch um die Malerei an sich, um das quasi nicht abbildende Erschaffen aus Farbe und expressivem Gestus.

 

o.T.© Joseba Eskubi

 

Einen Teil seiner Arbeit machen kleine Intervention in Kunstkatalogen (vor allem spanischer Barockmaler) oder auf Fotos aus: Er verformt, verzerrt, ja vergräbt das Originalbild unter einem Netzwerk neuer Bedeutungen; er übermalt und manipuliert die Figuren, um sie teilweise zu abstrahieren. Diese Arbeiten bezeichnet Eusebi als "Collagen", die Schere wird durch den Pinsel selbst ersetzt.

Nachfolgend sehen Sie Eskubis Übermalungen von Hunden: Manchmal bleibt nach Eskubis Abstrahierungsprozess nur sehr wenig vom Ausgangsmaterial übrig, weshalb es für mich gar nicht einfach war, die Beispiele mit Hundemotiv herauszufinden.

 

o.T.© Joseba Eskubi

o.T.© Joseba Eskubi

o.T.© Joseba Eskubi

o.T.© Joseba Eskubi

o.T.© Joseba Eskubi

o.T.© Joseba Eskubi

o.T.© Joseba Eskubi

o.T.© Joseba Eskubi

o.T.© Joseba Eskubi

o.T.© Joseba Eskubi

o.T.© Joseba Eskubi

o.T.© Joseba Eskubi

o.T.© Joseba Eskubi

o.T.© Joseba Eskubi

o.T.© Joseba Eskubi

o.T.© Joseba Eskubi

o.T.© Joseba Eskubi

o.T.© Joseba Eskubi

o.T.© Joseba Eskubi

o.T.© Joseba Eskubi

 

Joseba Eskubi (*1967 in Bilbao/Spanien) stellt international aus und unterrichtet in Bilbao an der Kunstakademie.

Veronika Olma hat mich auf diesen zeitgenössischen spanischen Künstler aufmerksam gemacht. Vielen Dank dafür! Schauen Sie sich auf alle Fälle weitere Arbeiten auf Eskubis Homepage an. Ich bin mir noch immer unschlüssig darüber, ob er ein figurativer oder abstrakter Maler ist, wobei es mir natürlich nicht um die "Schublade" geht, sondern darum, wie es die Beurteilung und Betrachtung seiner Arbeit verändert. Spannend allemal!

alle Bilder © Joseba Eskubi

 

27. März 2017 - 23:10

© David Eustace

 

Die kleinen Gemälde von David Eustace sind so britisch und liebenswert, dass ich mich fast nicht entscheiden konnte, welche ich Ihnen zeigen will. Im Anschluss meine "kleine" Auswahl. Sie können selbst bei der Google-Bildersuche noch viele andere entdecken!

 

© David Eustace

© David Eustace

© David Eustace

© David Eustace

 

Eustace behandelt - ganz monothematisch - ein einziges Sujet: die Freundschaft des Mannes zu seinem Hund. Doch diesem Motiv ringt er mannigfache Facetten ab. Männer mit Hut, Hunde mit Hut, beide mit Papierhüten, vielleicht ihrem Grad der Beschwipstheit entsprechend. Denn Alkohol ist in diesen englischen Pub-Szenen natürlich in Form von vollen und leeren Pints mit im Spiel. Die vorgestellten Protagonisten schauen mit rosigen und vom Bier geröteten Gesichtern aus der Wäsche - sprich aus ihren Anzügen oder Karopollundern, manche wärmt leger ein Ringelschal.

 

© David Eustace

© David Eustace

© David Eustace

© David Eustace

 

Wir lernen Hunde verschiedenster Rassen und Mischungen kennen, manche laborieren wie ihre Herrchen an kleinen Verletzungen. Es wird gekuschelt und geschmust, was das Zeug hält. Nur eines fehlt gänzlich: das Weibliche! Ich habe kein einziges Bild einer Frau mit Hund gefunden - diese Geschichte muss erst noch erzählt werden!

 

© David Eustace

© David Eustace

© David Eustace

© David Eustace

© David Eustace

© David Eustace

© David Eustace

© David Eustace

© David Eustace

© David Eustace

© David Eustace

© David Eustace

© David Eustace

© David Eustace

© David Eustace

© David Eustace

 

Die kleinen Gemälde ähneln einander in ihren Versatzstücken - neben Mann und Hund ein runder Tisch, eine angeschnittene Uhr und die Horizontale eines Wandpaneel - und ergeben doch immer wieder neue heiter-melancholische Variationen.

Einen angedeuteten Kubismus, die Perspektiven von Cézannes Stilleben, sogar Chagall finde ich in seinen Werken, subtil zitiert und um Humor ergänzt.

 

© David Eustace

 

David Eustace (*1950 in Birmingham) ist nicht nur Maler, sondern auch Musiker in Blues- und Jazz-Formationen.

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei Frau Andrea Antoni bedanken, die mich nicht nur auf das Werk dieses Briten aufmerksam gemacht hat, sondern die damit den Blog sozusagen wieder ins Rollen brachte, nachdem ich in einer "Schreibblockade" gefangen war, die mich hinderte begonnene Beiträge abzuschließen und mich neuen zuzuwenden. Vielleicht hören Sie in Zukunft also wieder mehr von mir!

alle Bilder © David Eustace

 

LeserInnen empfehlen, Malerei
1. März 2017 - 11:05

Im letzten Blogbeitrag habe ich Ihnen Anna Jermolaewas Videoarbeit "Motherhood" gezeigt. Während dort die Beziehung des Hundes zu ihren Welpen und dem Menschen, dem ihre Aufmerksamkeit gilt, unklar ist, möchte ich ihnen hier das Bild "Bambina con cani" (1875) von Achille Glisenti vorstellen, das quasi wie ein Gegenentwurf dazu lesbar ist.

 

Achille Glisenti, Bambina con cani (1875)

 

Ein kleines Mädchen entzieht der Hündin ihr Kind, hält es von ihr weg und bedenkt sie mit einem strengen, starren, fast hypnotisierenden Blick. Der Ausdruck der Hundemutter mag fragend oder bittend, flehend sein, wir sehen ihn nicht, da der Kopf des Tieres von uns abgewendet ist. Auch wissen wir nicht, wie diese kleine Szene ausgehen wird. Die Abhängigkeit und Wehrlosigkeit des Hundes gegen den menschlichen Zugriff wird in Grautönen dargestellt, nur die Wangen des Mädchens bilden einen warmen Kontrast.

Viel konnte ich nicht über den italienischen Maler Achille Glisenti (1848-1906) in Erfahrung bringen, dessen Tätigkeit in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts fällt. Verschafft man sich bei der Google-Bildersuche einen Überblick über sein Werk, erkennt man unschwer, dass er von den modernen Strömungen in der Malerei gänzlich unberührt war. Nichts Impressionistisches oder Abstrahierendes findet sich hier, sondern vielmehr Romantisches, Klassizistisches und Historisierendes. Genreszenen, durchaus mit sozialem Hintergrund, sowie mythologische und orientalische Szenen bestimmen sein Werk.

Tief Verwurzelt im akademischen Stil wird er zum Porträtmaler der Bourgeoisie, lediglich bei seinen ländlichen Porträts und Szenen zeigt sich ein spontanerer Stil. Unbestritten sind seine technische Perfektion, allerdings wurde ihm lange ein Mangel an "wahrem" künstlerischen Geist attestiert; erst Jahrzehnte nach seinem Tod kam es zu einer Neubewertung seines Werks.

Achille Glisents Gemälde hat mich an alte Fotos von Lucy als Welpe erinnert. Sie wird getragen, weil der Spaziergang für das vier Monate alte Hundemädchen zu lang war. Inzwischen ist Lucy schon viele Jahre tot, die Fotos über zwanzig Jahre alt. Es war wie eine kleine Zeitreise, die Fotos in einem Album aufzustöbern. Eines habe ein auch als Vorlage für eine Zeichnung verwendet.

 

Lucy als Welpe, 1996, Foto: Petra Hartl

Lucy als Welpe, 2007 © Petra Hartl

 

Und so habe ich 1996 ausgesehen. Schon damals haben mich nur Hunde zum Strahlen gebracht!

 

Lucy als Welpe, 1996

 

Meine Arbeit, Malerei
23. Februar 2017 - 11:48

Die Video- und Fotoarbeiten von Anna Jermolaewa bestechen durch eine unprätentiöse, prägnante Bildsprache. Doch nur vordergründig erscheinen die kurzen Filmstücke anspruchslos und schlicht. Auf den zweiten Blick entblößen sie verstörende Bedeutungsebenen: Die Filmsequenzen thematisieren die sozialen Beziehungsabläufe und Routinen unserer Gesellschaft, zeigen Macht- und Kontrollmechanismen. Dabei steht die Einfachheit der filmischen Darstellung im Gegensatz zur Hintergründigkeit ihrer Werke.

Anna Jermolaewa sieht sich nicht als Videokünstlerin im eigentlichen Sinne, da sie kaum mit dieser Technik experimentiert und das Videomaterial auch nicht durch digitale Nachbearbeitung oder Spezialeffekte manipuliert. Einzig durch den Einsatz des Loops, eines ihrer Markenzeichen, wird die gefilmte alltägliche Situation, das alltägliche Motiv potenziert.

Ich möchte drei Videoarbeiten vorstellen, die mit dem Motiv des Hundes arbeiten.

Untitled, Video, 1 min., 2004

Dieses Video bietet nur einen ersten Eindruck, in besserer Qualität und voller Länge finden Sie die Arbeit auf der Homepage der Künstlerin.

 

 

 

Wie meist in ihren Arbeiten wird der Zuschauer auch hier mit einem starren, das Geschehen strikt begrenzenden Bildausschnitt konfrontiert. Wir sehen batteriebetriebene Spielzeughuskys, deren Augen nacheinander rhythmisch zu blinken beginnen. Erst dieses Blinken verwandelt die Spielzeuge in etwas Außergewöhnliches. Verwandeln sich die Spielzeughunde, ergänzt durch den "belebenden" Ton aus dem Inneren, in Wesen, die bedrohen, ängstigen und nicht nur unterhalten? Kippt des Alltägliche und Belanglose ins Unheimliche? Oder zwinkern sie uns doch nur ironisch zu?

Von drei Seiten ist der Besucher von den blinkenden Huskys umgeben. Wird er Augen- und Ohrenzeuge einer quasi unaufhörlichen Besessenheit und Zwanghaftigkeit?

 

Ausstellungsansicht Galerie XL, Moskau, 2008
Ausstellungsansicht Galerie XL, Moskau, 2008

 

Untitled, Video, HD, 3.48 min., Loop, 2010/2012

Ein Schäferhund ist auf einem Gepäckförderband auf einem russischen Flughafen zu sehen. Er beschnüffelt, von einer Sicherheitsbeamtin instruiert, die Koffer und springt dann vom Fließband hinunter und aus unserm Blickfeld hinaus. Die statische Kamera ist quasi teilnahms- und emotionslos auf die Koffer und mit Plastik verschnürten Pakete gerichtet, die sich in der Kurve stauen, weiterschieben, auftürmen und herunterfallen.

Mein erster Gedanke war, dass es um die Funktionalisierung des Hundes für menschliche Zwecke geht. Der (Arbeits-)Hund hat in dieser Situation keine Entscheidungsgewalt über sein Tun, sondern seine Beziehung zum Menschen ist z.B. von Gehorsam oder Gefallen-Wollen geprägt, sodass er als Drogenhund benützt werden kann. Der öffentliche Ort einer Transitzone im Flughafen wird nicht nur durch Überwachungskameras kontrolliert, auch die Gepäckstücke unterliegen organisierter staatlicher Kontrolle. Die Kontrollgesellschaft hat einen Teil dieser Überwachung an den Hund abgegeben, der ungewollt zum Komplizen des Überwachungs-Staates wird.

Erst beim weiteren Betrachten fiel mir die Ähnlichkeit zum Video "Überlebensversuche" auf, in dem Spielzeug-Stehauffiguren sich immer schneller bewegen, bis sie vom Tisch hinunterfallen. Auch bei Untitled, Video, HD, 3.48 min., Loop, 2010/2012 lässt Anna Jermolaewa die Dingwelt sprechen, die Videoprotagonisten sind allerdings Gepäckstücke. Sind die Koffer Metaphern für das Weiterkommen, Auf-der-Strecke-Bleiben, Hinausfallen (aus der Gesellschaft, dem Arbeitsprozess etc.)? Die Tonspur bringt dumpfe verzerrte Geräusche der weitertransportierten Bündel auf dem Fließband und erzeugt ein Gefühl der Beklemmung.

 

Motherhood, Video, 33 sec., Loop, 1999

Leider habe ich zu diesem Video nur Filmstills gefunden, weshalb das Gezeigte für mich nicht eindeutig ist. Auch in den kunsttheoretischen Texten finden sich unterschiedliche Sichtweisen und Bewertungen. Ich habe vor allem diese Quellen verwendet: Dr. Ulrike Ritter: Narrationen gegen die Monumentalisierung des Bildes, Martin Prinzhorn: Der Blick vorbei aufs Ganze, Martin Pesch: Anna Jermolaewa sowie Texte auf Anna Jermolaewas Homepage.

Der Titel "Mutterschaft" lässt Bilder des Umsorgens, des zärtlichen Zuwendens zu den Welpen in uns entstehen, doch die Filmstills zeigen etwas anderes:

 

Anna Jermolaewa, Standbild aus dem Video Motherhood, 1999

Anna Jermolaewa, Standbild aus dem Video Motherhood, 1999

Anna Jermolaewa, Standbild aus dem Video Motherhood, 1999

Anna Jermolaewa, Standbild aus dem Video Motherhood, 1999
Anna Jermolaewa, Standbilder aus dem Video "Motherhood", 1999, Quelle mumok

 

Während die Welpen an den Zitzen einer Hündin saugen, gilt die Aufmerksamkeit der Hundemutter einer menschlichen Hand, die sie füttert. Die andere Hand hält den Hund an einer Hautfalte am Nacken fest. Dabei ist unklar, ob sich die Hundemutter von selbst dem Menschen zuwendet oder am Nacken gezogen wird.

Der fütternde und manipulierende Mensch, der an einem Tisch sitzt, bleibt für den Betrachter/die Betrachterin ebenso außerhalb des Bildausschnitts wie die Tischrunde, auf deren Gespräch er sich der konzentriert. Viele Arbeiten Anna Jermolaewas handeln von Manipulation. Die Künstlerin sagt selbst: "Wer oder was manipuliert, bleibt dabei fast immer außerhalb des Bildfeldes. Die Machtmechanismen, die ein Individuum heute beeinflussen oder lenken, werden immer feiner und unsichtbarer".

Alexandra Henning beschreibt das Video als "ein so eindringliches wie idiosynkratisches Beispiel für das Ungleichgewicht von Liebe und Zuneigung, Macht und Ohnmacht, Abhängigkeit und Manipulation" (vgl. Anna Jermolaewas Homepage)

Ich möchte mich dem anzuschließen: Wenn man die kleine Szene nicht nur kunsttheoretisch betrachtet, sondern auf die Körpersprache der Hündin achtet, bemerkt man, dass sie die Ohren zurücklegt, also zumindest Unbehagen ausdrückt. Die menschliche Berührung ist ihr unangenehm. Trotzdem nimmt sie das Futter an.

Die Videostills bzw. das Video zeichnen in ihrem unklaren Beziehungsgeflecht der Abhängigkeiten ein deprimierendes, hoffnungsloses Bild, das durch unser unbeteiligtes Betrachten umso dramatischer wird.

Die mit 17 Jahren aus Russland geflohene Anna Jermolaewa (geb.1970 in St.Petersburg) studierte in Wien Kunstgeschichte und anschließend bei Peter Kogler an der Akademie der bildenden Künste. Einem größeren Publikum wurde sie 1999 durch Teilnahme an der Biennale Venedig bekannt.

Homepage von Anna Jermolaewa

 

Fotografie, Video
19. Februar 2017 - 21:36

Wie erfreulich für uns, dass das Sammeln von Zeichnungen für Wohlhabende ein kultivierter Zeitvertreib war! Eine Sammlung - ein Konvolut an Zeichnungen, das auch zweihundert Tierdarstellungen enthielt - kaufte 1772 das Braunschweiger Herzog Anton Ulrich Museum an. Darunter eine Arbeit, die dem deutschen Tiermaler Johann Melchior Roos (1663-1731) zugeschrieben wurde. Erst dem Leiter des Kupferstichkabinetts Thomas Döring, der bei der Inventarnummer 719 immer ins Sinnieren kam, ist es zu verdanken, dass sie neu bewertet und als Rembrandt erkannt wurde. Vorausgingen eingehende Recherchen, darunter mikroskopische Untersuchungen, Studium von vergleichbaren Originalen Rembrandts in Amsterdam, Paris und Wien sowie Konsultationen von internationalen Autoritäten der Rembrandt-Forschung.

Kein anderer jedoch als Rembrandt hätte einen Arbeitshund so trefflich und mit "traumwandlerischer Sicherheit" porträtieren und auf nur 82 x 99 mm sein ganzes Elend darstellen können. Der Hund ist nicht nur mit expressivem Strich, sondern auch vom Leben gezeichnet: Erschöpft vom arbeitsamen Dasein blickt er uns an!

 

Rembrandt  Harmenszoon van Rijn (1606-1669), Studie eines sitzenden Hundes, um 1
Rembrandt Harmenszoon van Rijn (1606-1669), Studie eines sitzenden Hundes, um 1637

 

Immer wieder tauchten Hunde im Werk Rembrandts auf. Vor allem in den 1630er Jahren bereicherte der Künstler seine Gemälde und Radierungen bevorzugt mit Darstellungen von Hunden als bedeutungsvollen Nebenmotiven. Er sammelte seine gezeichneten - und offenbar größtenteils verlorenen - Tierstudien in einem Band, den er mit "beesten nae ’t leven" (dt. Tiere nach dem Leben) beschriftete. Darin dürfte sich ursprünglich auch die neu entdeckte "Studie eines sitzenden Hundes" befunden haben.

Den neuen Rembrandt können Sie erstmals ab dem 6. April 2017 im Rahmen der Ausstellung "Dürer, Cézanne und Du. Wie Meister zeichnen" betrachten, der ersten großen Sonderausstellung des Ende Oktober 2016 neu eröffneten Herzog Anton Ulrich Museum.

Als Draufgabe sehen Sie unten noch eine sehr realistische und karge Winterlandschaft, durch die ein kleiner Hund trottet.

 

Rembrandt Harmenszoon van Rijn (1606-1669), Winterlandschaft, 1646
Rembrandt Harmenszoon van Rijn (1606-1669), Winterlandschaft, 1646

 

Ausstellung, Grafik, Malerei, Zeichnung
31. Januar 2017 - 11:36

Einem Auftraggeber verdanken wir es, diese wundervolle Holzskulptur betrachten zu dürfen. Er hat in Karin Frank, die sich bis dahin fast ausschließlich auf die menschliche Figur und Porträts konzentriert hat, das Potenzial gesehen, das Aussehen, den Charakter und die Seele von Brezel und von Jesper verewigen zu können. Von alleine wäre die Künstlerin nicht auf die Idee gekommen, Tiere aus dem Holz zu holen - was zweifelsohne schade gewesen wäre. Hoffen wir, dass sie nun auf den Geschmack gekommen ist!

 

Skulptur
Skulptur "Brezel und Jesper", 2015, Privatsammlung

 

Der sanfte Blick, den die Katze dem Hund - vielleicht einem Golden Retriever - zuwirft, scheint zu fragen:. "Gibst du auch acht?" Der Hund, der konzentriert und ein bisschen angestrengt in der Bewegung verharrt und sich um Gleichgewicht bemüht, scheint die Katze beschützend zu umfangen.

 

Skulptur

 

Ich habe schon oft Künstler_innen präsentiert, die gemalten Hunden quasi Leben eingehaucht haben. Aber die Fähigkeit, dem Material Holz solch eine Weichheit, Sanftheit und Zärtlichkeit abzuringen, wie es Karin Frank gelungen ist, erscheint mir noch bemerkenswerter.

Karin Frank arbeitet hauptsächlich in Holz. (Bisher hat sie nur eine große Steinskulptur angefertigt, da der Stein eine geschlossene Form verlangt, was für ihre Absichten ungeeignet ist.) Sie bevorzugt für ihre raumgreifenden Arbeiten Linden- oder Zirbenholz, das farbneutral und leicht ist. Manchmal bezieht sie die Maserung in die Arbeit mit ein. Wenn der Schnitzvorgang beendet ist, bemalt sie das Holz lasierend.

Während die Skulpturen der Haustiere nicht über sich selbst hinaus weisen, werden ihre anderen figurativen Arbeiten oft von Bedeutung überlagert, die auch in den Werktiteln deutlich wird.

 

Karin Frank, Symbiose, 2014
Karin Frank, Symbiose, 2014

 

Auf der Homepage der Künstlerin finden Sie einen Überblick über ihr skulpturales Werk, auf das ich noch kurz eingehen möchte:

Manchmal scheint Karin Frank explizit Werke der Kunstgeschichte aufzugreifen. So erinnert ihre "Partie d'origin" an Gustave Courbets "L'Origine du monde" von 1866, ihr "Tanzbein" lässt mich in seiner Fragmentarität und Verdichtung auf das Wesentliche an Auguste Rodins "Der Schreitende" (1905) denken. Teilweise sehe ich eine formale oder inhaltliche Nähe zu den Arbeiten von Stephan Balkenhol und Paloma Varga Weisz.

Viele Arbeiten von Karin Frank zeigen Figuren in Bewegung (Sockenanzieher, Ballakrobat, Höllensturz etc). Der Mensch mit seinen Ausscheidungen (Schmierblutung, Schleim, Regelsau, Abspritzen, Shit), in seiner Geschlechtlichkeit (Penisfrau, penis face, Futskulpturen) oder Doppelgeschlechtlichkeit ist Thema. Dabei interessiert sich die Künstlerin in erster Linie für die ungewöhnlichen figurativen Formen, Bewegungsmuster, Körperdynamik und die dahinter verborgenen Problemkreise. Diese Problemkreise, in der Bildhauerei oft tabuisiert, werden von Karin Frank konkret umgesetzt. In einem Text zu ihrem Werk formuliert dies Andreas Spiegl hier:

 

Mit ihrer Umschreibungsverweigerung, mit ihrer Ökonomie, aus dem flexibilisierbaren Sachverhalt wieder einen Gegenstand der Diskussion zu machen, ja auf die Gegenständlichkeit der Diskussion zu insistieren, liefert Karin Frank ein Argument für die Bildhauerei, die mit ihrer Materialität einen Widerstand gegen die Auflösung von Fakten formuliert. Bildhauerei als Resistenz gegen die Verwandlung von Fakten ins Fabulöse.

 

Karin Frank, bildhauerin2, 2008
Karin Frank, bildhauerin2, 2008

 

Karin Frank (*1972 in Wien) studierte Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste in der Meisterklasse von Michelangelo Pistoletto. Ihr Werk wurde in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, Arbeiten befinden sich im öffentlichen Raum (Porträts von Wissenschaftlerinnen im Arkadenhof der Universität Wien), in öffentlichen Sammlungen und Museen.

Manchmal fragen mich Leser_innen, wie ich die vorgestellten Künstler_innen und Werke "finde". Manchmal entdecke ich etwas bei Ausstellungen, oft surfe ich ziellos im Internet. Auf Karin Frank bin ich jedoch beim Durchblättern der Zeitschrift "Portrait" gestoßen, in der sich ein Interview mit der Bildhauerin und eine Fotostrecke befand - eine unerwartete und umso schönere Überraschung.

alle Fotos © Karin Frank

Skulptur
17. Januar 2017 - 9:23

Das ist Burschi!

 

Peter Dressler, Aus Zwischenspiel, 1970-74 © Fotohof Archiv

 

Ihn hat der große österreichische Flaneur und Fotograf Peter Dressler auf seinen Streifzügen durch Wien aufgenommen. Gibt es ein besseres Beispiel für einen Hund der 1970er Jahre als diesen Mix, der uns mit intelligenten Augen, ein bisschen misstrauisch und fragend anblickt und dessen kompakter Körper schon damals ein Brustgeschirr trug? Wohl kaum! (Heute ist auch Wien überwiegend von Möpsen und Französischen Bulldoggen bevölkert).

Bei Spaziergängen im Wienflussbecken entdeckte Dressler eine Gedenktafel mit der Inschrift "Unserem lieben Burschi!", so kam der Hundemischling zu seinem Namen.

 

Hedy blättert in Peter Dresslers Zwischenspiel, Foto: Petra Hartl

 

Doch was macht Burschi im Museum?

 

In Pose. Fotofertig im Kunsthistorischen Museum - „Mit großem Interesse“ (1989)

 

Haben Sie sich auch täuschen lassen? Was Sie hier sehen, ist nur ein Pappkamerad. Peter Dressler hat ein Foto des Hundes auf Karton affichiert und mehrere Kartonschichten zusammengeklebt, sodass eine quasi körperhafte, standfeste Hundeplastik entstand.

Hier sehen Sie Burschis schnittigen Körper:

 

Kunsthaus Wien Ausstellungsansicht, Foto: Petra Hartl

 

Das Hundeobjekt hat Peter Dressler als Co-Akteur bei Fotodokumentationen an viele Orte in Wien und im Ausland begleitet.

 

Peter Dressler, Mit großem Interesse, Naturhistorisches Museum 1989 © Fotohof Ar
Burschi in Wien ...

Peter Dresseler, Zu Besuch im Museum of Modern Art © Fotohof Archiv
in New York ...

Peter Dressler, Aus Changement de Propriétaire, 2007-2008 © Fotohof Archiv
in Paris ...

 

Als wissbegieriger und kunstbeflissener Hund ergänzt er nicht nur die Tapire im Wiener Naturhistorischen Museum, sondern auch das Große Glas von Marcel Duchamp im Philadelphia Museum of Art oder Légers Gemälde im MoMA. Peter Dressler nannte diese Serie, die über viele Jahre hinweg entstand, "Mit großem Interesse". Interessiert nimmt Burschi die unterschiedlichen Settings zur Kenntnis, er verwandelt und verfremdet die Orte durch seine bloße Anwesenheit mit subtilem Humor und nimmt den Kunststätten ein wenig von ihrer Aura und Ehrwürdigkeit. Burschi bleibt nur kurz im Museum, seine Anwesenheit ist unspektakulär, er hinterlässt keine Spuren.

 

Hedy blättert im Ausstellungskatalog Wiener Gold, Foto: Petra Hartl

Hedy blättert im Ausstellungskatalog Wiener Gold, Foto: Petra Hartl

 

Peter Dressler spazierte fotografierend durch Wien und erstellte quasi eine Datenbank an Fotos, die er immer wieder in unterschiedlichen formalen und inhaltlichen Zusammenhängen verwendete und kombinierte, dabei entstanden Serien und Tableaus. Er ließ sich dabei von Assoziationsketten leiten und kreierte eine eigene Bildsprache, fand eine eigene Grammatik der Stadt. „Die Ketten der Assoziationen sind meine Welt, da deklariere ich mich!“, sagte er während einer Vorlesung (zit. nach Ausstellungskatalog "Wiener Gold", S 139). Das Ergebnis dieser Assoziationsketten ist poetisch, nicht laut, expressiv, dramatisch, aber auch ironisch und voll hintergründigem Humor. Dresslers Fotogeschichten erschufen neue wehmütige Wirklichkeiten.

 

Peter Dressler, Extérieur, 1975 © Fotohof Archiv

 

Auch Burschi hat Peter Dressler in einem seiner Tableaus gemeinsam mit anderen Wiener Sehenswürdigkeiten gruppiert, zum Beispiel mit einer Statue zwischen deren Beinen ein Hundkopf lugt.

Die Serialität hat sich für Peter Dressler als künstlerisches Hauptprinzip herauskristallisiert. Ab den 1980er Jahren ging er dazu über, in seinen Fotoserien Erzählngen zu inszenieren, in denen er auch als Akteur vorkommt.

"Zwischenspiel", sein bedeutendes Künstlerbuch, entwickelt seinen besonderen Reiz aus den vielfältigen Bezügen und Anspielungen zwischen den Einzelbildern. Schön gemacht ist auch das Cover: Burschi hebt sich erhaben vom Untergrund ab. Folgen Sie Hedys Pfote!

 

Zwischenspiel mit Hedy, Foto: Petra Hartl

 

Das Kunsthaus Wien zeigt noch bis zum 5. März 2017 in der Retrospektive "Wiener Gold" das Werk von Peter Dressler, in dem Wien eine zentrale Position einnimmt. Peter Dressler (1942 - 2013) hat als Fotograf und Filmemacher, Akademielehrer, Sammler, Theoretiker und nicht zuletzt als Leit- und Integrationsfigur die heimischen Fotoszene seit den 1970er-Jahren mit beeinflusst.

Zur Ausstellung erscheint der Katalog: Peter Dressler, Wiener Gold, 978-3-902993-41-0

 

Kunsthaus Ausstellungsansicht © KUNST HAUS WIEN 2016, Foto Thomas Meyer

 

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