Malerei

4. Dezember 2015 - 9:53

Afghan Hound © Kathleen Coy

 

Die US-Amerikanerin Kathleen Coy ist eine leidenschaftliche Malerin von Hunde-Porträts. An den Hunden interessiert sie ihre Schönheit, ihre Vielfalt und ihre Verkörperung unserer besten Eigenschaften (Tapferkeit, Freude, Treue, bedingungslose Liebe). Ihre Absicht ist es deshalb, mehr als "nur einen Hund" zu malen. Dieses Mehr versucht sie unter anderem durch Überwindung des Naturalismus mit gestischen und impressionistischen Elementen auszudrücken. Mehr dazu auf ihrer Homepage. Für mich sehen manche Hundeporträts (der Borsoi oder der Wolfhound!) trotzdem wie aus russischen Gemälden des ausgehenden 19. Jahrhunderts entsprungen aus.

 

Valkyrie © Kathleen Coy

Wolfhound © Kathleen Coy

Borzoi © Kathleen Coy

Smooth Saluki © Kathleen Coy

The Wind Speaks Her Name © Kathleen Coy

Butter Wouldn't Melt © Kathleen Coy

Cloud at Thirteen © Kathleen Coy

 

Mir gefallen die Porträts am besten, in denen sie die überwiegend monochrome Darstellung zugunsten einer Farbigkeit im Hintergrund verlässt wie z.B. bei "Cloud" oder bei "Bunny in the Clouds" unten.

 

Cloud © Kathleen Coy

Bunny in the Clouds (Greyhound) © Kathleen Coy

 

Ihre Kindheit verbrachte Kathleen Coy (*1967) auf einem Bio-Bauernhof in Iowa. Aus dieser Zeit rührt ihre Wertschätzung für Tiere und die Natur, die sich später in ihren Bildern zeigte. Inzwischen hat sie ihr Repertoire um Landschaften, Stillleben und Porträts erweitert. Kathleen Coy hat Gebrauchsgrafik in Omaha, Nebraska studiert und als Grafikerin gearbeitet. Künstlerisch arbeitet sie mit Aquarell und Acryl, erst 2010 kam die Ölmalerei dazu.

Heute lebt mit zwei Windhunden (Sephiroth and Train), einem Terrier (Cloud) und ihrem Ehemann in Colorado.

alle Bilder © Kathleen Coy

 

Malerei
19. Oktober 2015 - 7:46

Max Pechstein, Akrobaten, 1918 © Leopold Museum Vienna
Max Pechstein, Akrobaten, 1918 © Leopold Museum Vienna

 

Wer ist hier der schönere und bessere Akrobat?

Dieser begabte und stolze Hund ist zur Zeit in der Ausstellung "Farbenrausch. Meisterwerke des deutschen Expressionismus" in der Sammlung Leopold in Wien bis zum 11. Jänner 2016 zu sehen.

 

Ausstellung, Malerei
30. September 2015 - 11:51

Kaiserin Elisabeth mit Dogge © Neumeister Auktionen, Foto Chr. Mitko
Kaiserin Elisabeth mit Dogge © Neumeister Auktionen, Foto Chr. Mitko

 

Diese Blicke- wunderbar! Dazu noch ein Gemälde ganz in Grautönen gehalten, wie es mir besonders gefällt.

Leider ist es mir nicht gelungen herauszufinden, wer dieses Doppelporträt – es zeigt Kaiserin Elisabeth und ihre Dogge – gemalt hat. Vielleicht wissen Sie ja Näheres!

Zu sehen ist dieses Gemälde noch bis zum 15. November 2015 in der Sonderausstellung "... aus kaiserlichem Nachlass" im Audienzwartesaal der Kaiserappartements in Wien. Sollten Sie also in den nächsten Wochen nach Wien kommen, wäre dieses Bild wohl einen Abstecher wert. Es wurde im Herbst 2014 beim Auktionshaus Neumeister in München gemeinsam mit acht anderen Werken erstanden und stammt aus kaiserlichem Nachlass. Nach über 100 Jahren kehrt es nun sorgfältig restauriert nach Wien zurück. Bevor die angekauften Werke den Räumen des Kaisers in der Wiener Hofburg und im Schloss Schönbrunn ihr ursprüngliches Flair zurückgeben, können sie aus nächster Nähe betrachtet werden.

Weiter Informationen zur Ausstellung finden sie hier.

 

Ausstellung, Malerei
25. September 2015 - 11:34

Foto © Dox in focus

 

Hätten wir doch auch nur die Kraft und den Schwung, den der Hund auf dieser Fotografie ausstrahlt! Das Fotografen-Duo "Dox in focus" zeichnet für diese atemberaubende Momentaufnahme verantwortlich. Bei ihren Hundeporträts gelingt es den beiden, den Hund in seiner ganzen Individualität zu zeigen. Unter "Dox in focus" firmieren die Fotografen Stephanie Schmidt und Matthias Cameran, deren Fotografien eins gemein haben: sie geben den Charakter des Tieres wieder. Ihr Augenmerk liegt auf authentischen Aufnahmen des Hundes, deshalb verzichten sie ganz bewusst auf Inszenierungen und Stilmittel, die der Verniedlichung oder Vermenschlichung dienen. Hund darf in ihren Fotografien Hund sein!

Vielleicht wohnen Sie ja in Koblenz oder Umgebung? Dann haben sie die Gelegenheit eine Auswahl ihrer dynamischen Hundeporträts vor Ort zu sehen. Denn die Kunstgalerie SCHAUstudio ist auf den Hund gekommen und präsentiert am 31. Oktober 2015 Werke, die nicht nur für Kunstliebhaber, sondern vor allem für Hundefreunde und Hundeliebhaber interessant sind. Ab 19.00 Uhr sind Hund und Herrchen, Hund und Frauchen dazu eingeladen, das SCHAUstudio zu besuchen und die Künstler kennenzulernen.

Neben den Hundefotografien von "Dox in focus" werden an diesem Abend ausgewählte Arbeiten gezeigt, die das Thema artgerecht komplementieren - darunter ein Gemälde des Künstlers René von Boch sowie Zeichnungen von Wolfgang Thelen.

 

11. September 2015 - 8:20

Eichenlaub, 2012 © Martin Praska

 

Ich möchte am liebsten Hingreifen auf die Porzellanhunde, die Martin Praska mit unglaublicher Meisterschaft malt. Zugegebenermaßen imponiert mir das gewaltig (der Glanz, die Lichtreflexe, die Oberflächenbeschaffenheit).

 

968, aaaxbbb, 2012 © Martin Praska

 

Damit ich aber nicht auf die Idee komme, hier würde naturalistisch und illusionistisch Realität vorgetäuscht, bricht Praska seine Bilder durch Hinzufügen und Überlagern von ungegenständlichen Bereichen und comicähnlichen Stilisierungen, kombiniert er figurative und abstrakte Teile. Frauensilhouetten mit Mona-Lisa-Gesicht finden sich ebenso wie fotorealistisch gemalte Porzellanfrauen und Frauen mit Porzellanteint. Amorphe Teile und Popart-Blümchen, Flächiges und Lineares stehen nebeneinander. Die "expressiven" Bereiche sind präzise und mit Bedacht gesetzt. In diesem Sinn sind seine montageartig komponierten Gemälde illusionsentlarvend.

 

… ein naturalistisches Abbild wird plötzlich eingebunden in einen abstrakten, ornamentalen Zusammenhang. Und damit kippt plötzlich das Naturalistische selbst ins Abstrakte. Ein Bildmechanismus geht in einen anderen über. Ich komme von der sinnvollen Darstellung weg zu einer Sinnhaftigkeit per se. Nicht mehr das Dargestellte, sondern das Bild ist Wirklichkeit geworden. (zit. n. Martin Praska, Heilige & Huren. Krieger & Familienväter)

 

Martin Praska ist ein fleißiger Maler! Eine Auswahl (immer noch sehr viele) seiner Arbeiten finden Sie chronologisch geordnet auf seiner Homepage. Ich habe für Sie nur die Bilder mit Hunden, in Praskas Fall von Porzellanfigürchen in Hundegestalt, ausgesucht, doch auch an diesen lässt sich seine Methode des Zusammenfügens, Zitierens und Reflektierens gut ausmachen: Sigmar Polke und David Hockney springen uns entgegen, die Leipziger Schule lässt grüßen.

 

German Jungle, 2010 © Martin Praska

Baby Dog«s Mum, 2010 © Martin Praska

Adam und Eva, 2009 © Martin Praska

Wilde Buben für den Buben, 2009 © Martin Praska

Die vier Mezzosoprane - Doggy style, 2009 © Martin Praska

Dog and Dope, 2009 © Martin Praska

Passion Christinas, 2008 © Martin Praska

Pause von der Siesta - Doggy style, 2008 © Martin Praska

Romantik - Doggy style, 2008 © Martin Praska

Weites Land - Doggy style, 2008 © Martin Praska

Ursache und Wirkung, 2007 © Martin Praska

Frau Fröhlich, 2006 © Martin Praska

Frau Fromm, 2006 © Martin Praska

 

Vermutlich hat Martin Praska kein Naheverhältnis zu Hunden, ihn interessiert an den Porzellannippes das Kitschige, das Spießbürgerliche und Triviale, das sie vermitteln. Er parodiert und sublimiert in einem ironisch-humorvollen Stilmix deren ästhetische und inhaltliche Eindeutigkeit.

 

Kitsch ist – zu Ende gedacht – die pathetisch verbrämte ästhetische Eindimensionalität, nichts weniger als ästhetischer Totalitarismus. Dem gegenüber stellt aber die Verwendung all dieser in ihrer Singularität eher erbärmlichen Stilmittel zusammen genommen eine klare Bewusstseinserweiterung dar, ein gegeneinander Ausspielen, Ergänzen und Relativieren von sich widersprechenden Aussagen, kurz: eine zeitgemäße Ausrichtung der Malerei an einer unorthodoxen, undogmatischen und nicht-reduktionistischen Wahrnehmung. (zit. n. Martin Praska, Topfenknödel, Kunst und Schopenhauer)

 

Den Bären unten (an die Liebe denkend) musste ich Ihnen einfach zeigen, der Hase (an die Schönheit denkend) ist wieder für die Hasenfreunde unter meinen Leserinnen und Lesern.

 

Bär, an die Liebe denkend, 2007 © Martin Praska

Hase, an die Schönheit denkend, 2007 © Martin Praska

 

Martin Praska (*1963 in Wiesloch bei Heidelberg/D) studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien. Er lebt und arbeitet in Wien.

Noch bis zum 10. Oktober 2015 stellt er in der Galerie Welz Salzburg aus.

alle Bilder © Martin Praska

 

Ausstellung, Malerei
13. August 2015 - 17:20

Chien de nuit, 2015 © Yan Pei-Ming

 

Mit kompaktem Körper und weit aufgerissenem Maul blickt uns dieser Hund der Nacht in schwarz-weißer Zweifarbigkeit, nur sparsam ergänzt durch die rote Zunge, frontal entgegen. Wir sehen weder beschwichtigendes Gähnen noch die bedrohende Geste des Zähnefletschens, vielmehr scheint der Hund aufzuschreien. Greift der kraftvolle Körper an oder weicht er verteidigend zurück?

Aggression wird meines Erachtens eher durch die pastose Malweise des Tieres und des Hintergrunds mit gestischen energischen Pinselstrichen und über das monumentale Bildformat erzeugt als primär über eine eindeutige Körpersprache.

Zu sehen ist dieses Gemälde zur Zeit in der Galerie Thaddaeus Ropac Salzburg, wo die erste Einzelausstellung - "Aggressive Beauty“ - des Malers Yan Pei-Ming stattfindet.

 

Tigres et vautours, 2015 © Yan Pei-Ming

 

Für seine Ausstellung Aggressive Beauty greift Yan Pei-Ming bewusst sehr unterschiedliche Themen auf. Bedeutende Figuren der Religions- und der Kunstgeschichte zeigen sich hier neben wilden Tieren. Zwischen diesen visuell sehr verschiedenartigen und auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinenden Motiven findet man dennoch ein zentrales, verbindendes Element: die Macht und die Kraft. Die Sujets bringen eine zurückhaltende Stärke und unmittelbare Brutalität zum Ausdruck, ehe sie den Betrachter verführen oder gar in ihren unwiderstehlichen Bann reißen. (zit. nach Galerie Ropac)

 

Der chinesische Künstler Yan Pei-Ming lebt und arbeitet seit mehr als dreißig Jahren in Dijon und Paris.

Die Ausstellung "Aggressive Beauty" ist noch bis zum 26. August in der Galerie Thaddaeus Ropac Salzburg (Mirabellplatz 2) zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 10-18 Uhr

 

Ausstellung, Malerei
7. August 2015 - 14:30

Der springende Punkt © Julia Abt

 

Nur durch die Anregung meiner Freundin Anke Dilé Wissing bin ich auf eine Künstlerin gestoßen, die ganz wundervolle Pastelle von Hunden anfertigt. Die Autodidaktin scheut die Öffentlichkeit, stellt nicht aus und hat keine Homepage. Trotzdem hat sie es mir erlaubt, ein paar ihrer Werke auf meinem Blog zu zeigen. Die Hundeporträts sind nur ein kleiner Teil ihrer Arbeiten, aber sie liegen ihr sehr am Herzen. Da sie alle Vierbeiner liebt, galoppiert In fast all ihren Bildern ein Pferd, liegt eine Katze.

Julia Abt malt und zeichnet seit ihrer Kindheit mit großer Leidenschaft. Sie hat viele Materialien ausprobiert, bis sie nach vielen Jahren zu den Pastellkreiden fand, die sie lange als zu fein und fragil für ihre künstlerischen Absichten hielt. Ein Zufall kam ihr zu Hilfe, als sie für eine Skizze nichts außer einigen Krümeln uralter Pastellfarben zur Hand hatte. Das Ergebnis hatte sie so positiv überrascht, dass die Kreiden seither bei den Porträts ihre erste Wahl waren.

 

Cayenne © Julia Abt

Mein Lächeln © Julia Abt

 

Am liebsten arbeite ich mit den ganz weichen Kreiden. Tatsächlich feile ich auch diese vorsichtig an. Häufig breche ich auch die Kreiden, um so unterschiedliche Kanten zu erhalten, mit denen auch sehr feine Linien zu erzielen sind. Ist das immer noch nicht präzise genug (z.B. im Bereich der Augen), lege ich einzelne Farbkörner an den rechten Ort und drücke sie mit einem Stecknadelkopf fest. Es ist faszinierend zu sehen, wie ein winziger Punkt, ein beinahe zufällig verlorener Krümel Farbe, ein ganzes Bild erstrahlen lässt - das liebe ich an Pastell!

 

Adelle © Julia Abt

 

Um einzelnen Bereichen, wie beispielsweise Nase und Augen, Leben einzuhauchen, arbeitet sie mit vielen verschiedenen Farbtönen. Bei "Adelle" sind mehr als acht Farbtöne (von einem gedeckten Braun bis hin zu einem hellen Zitronengelb) im Bereich des Auges verarbeitet. Manch eine Farbe ist nur hauchzart vertreten und bringt dennoch den entscheidenden Unterschied. Viele Farben sind auch übereinander gelegt, um eine noch lebendigere Wirkung zu erzielen. Doch Julia Abts Arbeitsweise ist nicht nur zart und filigran, manchmal klopft sie die Kreiden auch kräftig auf das Papier wie bei den Haaren, um Struktur zu erhalten.

 

Mich fasziniert, wie eine einzige Welle am rechten Fleck das ganze Haar zum Springen bring. Mich fasziniert auch, wie ein kleines Highlight, da oder dort an Mund und Nase gesetzt, den ganzen Ausdruck verändert.

 

Julia Abt sitzt lange vor ihren Hundeporträts, blickt sie so lange an bis sie zurückblicken. Dann weiß sie, dass es genug ist. Es ist ein Abschiednehmen, wenn sie ihre Werke nach Stunden, Tagen, Wochen weggibt.

 

Ich bemühe mich so sehr, den Witz, die Sanftmut, den feurigen Charakter in die Bilder zu bringen, dass ich mich stark einlebe und es mir vorkommt, als würde tatsächlich ein guter Freund das Haus verlassen.

 

Obwohl die Arbeiten nach Fotos entstehen, sind die detaillierten Porträts viel mehr als bloße naturalistische Nachahmung, aus ihnen spricht die Seele der Tiere.

Unten sehen Sie noch eine sehr kleine Zeichnung (16 x 7 cm). Trotz ihrer Schlichtheit liegt sie der Künstlerin sehr am Herzen. Dem Pastell liegt ein noch viel kleineres Foto aus den 80er Jahren zugrunde. Es war es eine Herausforderung für Julia, diesen einst sehr geliebten Hund festzuhalten. Daraus entstand inzwischen ein kleines Projekt: Hunde vergangener Tage - gegen das Vergessen - um ihrer selbst Willen zu zeichnen.

 

Wachsam © Julia Abt

 

Julia Abt, sie lebt und arbeitet außerhalb von Friedberg/Deutschland, verbindet mit ihren Hundeporträts die zwei Eckpfeiler ihres Lebens: Tiere und Kunst. Natürlich lebt sie auch mit Hund, mit ihrer jungen "Basima". Die Hündin ist übrigens die Tochter bzw. Enkelin der von ihr porträtierten "Adelle" und "Cayenne". Vielleicht ergeht es Ihnen ähnlich wie mir und Sie erkennen die Rasse nicht. Kein Wunder, handelt es sich doch um die seltenen Picards.

alle Bilder © Julia Abt

 

Malerei, Zeichnung
12. Juni 2015 - 15:45

Was glauben Sie, wie groß dieses Hundeporträt ist?

 

o.T., 1997 © Miguel Branco

 

Als ich die Arbeiten von Miguel Branco entdeckt habe, war ich überrascht davon, wie klein sie sind. Manche sind nicht einmal 10 cm hoch, die meisten kleiner als eine Postkarte!

 

o.T., 1998 © Miguel Branco

o.T., 1997 © Miguel Branco

o.T., 1997 © Miguel Branco

o.T., 1998 © Miguel Branco

o.T., 1997 © Miguel Branco

o.T., 1998 © Miguel Branco

o.T., 1998 © Miguel Branco

o.T., 1998 © Miguel Branco

o.T., 1998 © Miguel Branco

 

In den letzten 20 Jahren hat sich Miguel Branco vor allem mit der Malerei beschäftigt und in zweiter Linie mit der Skulptur. Für beide Werkgruppen ist der Maßstab bedeutend: Seine Werke sind sehr klein. Er verweigert sich damit der epischen und rhetorischen Größe der traditionellen Historienmalerei zugunsten einer vermehrten Hinwendung zum Raum und zur Oberfläche. Das kleine Format zwingt uns allerdings genau hinzusehen.

 

o.T., 1990 © Miguel Branco

o.T., 1995 © Miguel Branco

o.T., 1995 © Miguel Branco

o.T., 1998 © Miguel Branco

 

Nichts wird durch überproportionale Größe mit Bedeutung aufgeladen: Einfachheit, Humor und Abwesenheit von Feierlichkeit stehen im Vordergrund. Die Hunde sind ohne eindeutige Erzählung präsent, ihr häufig frontaler Blick ist beunruhigend. Auch wenn die Bilder nichts Konkretes erzählen, sind sie seltsam rätselhaft, geheimnisvoll und ungreifbar, bilden sie ein stilles, subtiles Universum.

 

o.T., 2002 © Miguel Branco

 

Beide - Malerei und Skulptur - sind von der Kunstgeschichte inspiriert, sowohl in ihrer Technik als auch in der Wahl der Themen: Porträtmalerei, Tierdarstellungen ( z.B. nach David Teniers d. J.oder George Stubbs) und Stillleben.

 

Untitled (After George Stubbs), 2010 © Miguel Branco

Untitled (Terra), 2014 © Miguel Branco

o.T. (After Giacometti), 2005 © Miguel Branco

o.T. (After George Stubbs), 2007 © Miguel Branco

o.T. (Brown Dog), 2005 © Miguel Branco

 

Miguel Branco (*1963 in Castelo Branco/ Portugal) lebt und arbeitet in Lissabon.

In Innsbruck sind nun erstmals in Österreich Arbeiten von Miguel Branco ausgestellt, und zwar im Zusammenhang mit der im Schloss Ambras stattfindenden Ausstellung "Echt tierisch! Die Menagerie des Fürsten“.

Zu sehen sind 100 Werke (außergewöhnliche Tierstudien und -porträts unter anderem von Albrecht Dürer, Giambologna, Georg Hoefnagel, Roelant Savery und Paolo Veronese) aus den Sammlungen des Kunsthistorischen Museums sowie nationale und internationale Leihgaben. Ergänzt wird die Ausstellung durch meisterliche Tierpräparate.

Die begleitende Ausstellung  "The Silence of Animals“ schlägt eine Brücke in die Gegenwart: Miguel Branco setzt sich mit den Kunstkammern der Renaissance auseinander und interpretiert die Tiermalerei aus dem 16. Jahrhundert auf faszinierende Art neu.

Informationen zur Ausstellung, die vom 18. Juni 2015 bis zum 4. Oktober 2015 im Schloss Ambras Innsbruck zu sehen ist, finden sie hier.

Miguel Branco hat eine sehr umfassende Homepage, auf der Sie einen Einblick in sein künstlerisches Universum seit 1987 gewinnen können. Ich konnte im Internet nur wenig über den Künstler auf Englisch herausfinden, meine Hauptquelle war die Homepage der Galerie Jaeger Bucher.

alle Bilder © Miguel Branco

 

Ausstellung, Malerei, Skulptur, Zeichnung
20. Mai 2015 - 16:25

Tobias Emskötter schuf dieses kleine Gemälde, das seit ein paar Tagen meine Wohnung ziert. Wie eine kleine Hundeikone strahlt der Terrier aus dem ockergoldenen Hintergrund. Und wie bei den alten Holländern entwickelt sich der kleine Terrier plastisch aus dem vormals dunklen Grund; der lebhafte, tiefe Blick - hier ist ein Könner am Werk.

 

Terrier 1 © Tobias Emskötter, Foto: Petra Hartl

 

Neben Getier (Streuner und Hunde als Auftragsarbeiten, Tiere des Hagenbecker Zoos) malt der Künstler auch Landschaften und Allerlei. Für seine modernen Seestücke - Containerschiffe fahren durchs Bild - findet Herr Emskötter Inspiration am Elbstrand. Während der letzten Fußballweltmeisterschaft hat er Spieler verewigt, was ihm einen Beitrag im Fernsehen einbrachte.

 

Terrier 3 © Tobias Emskötter

morgens © Tobias Emskötter

abends © Tobias Emskötter

Chihuahua lachend © Tobias Emskötter

Hund mit Herz 2 © Tobias Emskötter

Hund erledigt © Tobias Emskötter

Corgi 3 © Tobias Emskötter

Greyhound © Tobias Emskötter

Streuner © Tobias Emskötter

Hyäne 2 © Tobias Emskötter

 

Einen Eindruck vom norddeutschen Humor geben die Einschlaf-Hilfen: kleine Gemälde von Schafen, die gemeinsam mit je einer Phiole mit Baldrian und Hopfen im Graukarton geliefert werden. Das wäre doch wohl einmal ein originelles Geschenk für Schlechtschläfer!

 

Muster Einschlafhilfen © Tobias Emskötter

 

Viel weiß ich nicht über den Künstler, nur das, was er auf seiner Homepage preisgibt: geboren in Berlin, lebt in Hamburg, malt Bilder, zeichnet und arbeitet für Zeitschriften, Zeitungen, Verlage, einen Zirkus, Jugendprojekte und allerlei mehr.

Ganz bemerkenswert ist übrigens Tobias Emskötters Preisgestaltung. Jeder soll sich ein Original leisten können. Die kleinen Bilder beginnen schon bei 90 Euro.

alle Bilder © Tobias Emskötter
 

Malerei
13. Mai 2015 - 8:25

Bull Terrier, 2013 © Hannah Parr

 

Mir gefällt einfach alles an den Bildern von Hannah (Parr). Obwohl - oder vielleicht auch weil - die Hunde nicht naturalistisch gemalt sind, blicken sie uns quicklebendig und vital entgegen. Was mir an ihren Bildern aber sofort aufgefallen ist, sind die Hintergründe, in die sie ihre Hunde (und andere Tiere) setzt: Sie sind entweder mit schwungvollen expressiven Pinselstrichen großzügig angelegt oder als originelle, humorvolle Interieurs angedeutet.

 

Desolate Esstisch, 2014 © Hannah Parr

 

HANNAH malt auf Holz, dessen Maserung auch die fertigen Bilder in unterschiedlichem Ausmaß bestimmt. Sie mag gefundenes Holz, den Prozess des Findens, das Ausnützen seiner Form, Farbe und Fundstelle als Inspirationsquelle. Mit breiten Strichen bringt sie die Farbschichten auf, schmirgelt sie dann wieder stellenweise ab, um die Maserung des Holzstücks hervorzubringen und ihm etwas von seiner Originalität, seiner Geschichte wiederzugeben.

 

© Hannah Parr

 

Nicht nur die Behandlung des Holzes, auch das Auftragen der Farbe reflektiert ihre Freude am Entstehungsprozess. In jedem Pinselstrich, in jeder markanten Kombination von Farbe und Bewegung, ist eine leidenschaftliche Energie zu spüren. HANNAH malt gerne figurativ  und genießt die Herausforderung, das Fell durch den Aufbau bunter Schichten in mutigen Pinselstrichen zu bewältigen. Nie wird sie müde die großartigen Hundepersönlichkeiten zu beobachten.

 

Tico, 2011 © Hannah Parr

© Hannah Parr

 

Luna, 2010 © Hannah Parr

 

Zum Abschluss noch eine ihrer Illustrationen:

 

I could not travel both, 2013 © Hannah Parr

 

1984 im britischen Bournemouth geboren, lebt Hannah heute in Berlin. Ihren Abschluss am Central Saint Martins College of Art and Design machte sie 2006 in Graphic Design.

 

alle Bilder © Hannah Parr

 

Malerei, Zeichnung