Buch

25. Mai 2016 - 13:22

Finden sie auch, dass die Fotos von Amy Stein seltsam surreal und artifiziell wirken?

Ihr Eindruck trügt nicht: Denn bei den großformatigen Fotos der Serie "Domesticated" (2005-2009) der US-amerikanischen Fotografin handelt es sich auch nicht um gelungene Schnappschüsse oder dokumentarische photojournalistische Aufnahmen außergewöhnlicher Tier-Mensch-Begegnungen oder Situationen, sondern um inszenierte Fotografien mit Tierpräparaten.

Die New Yorkerin untersucht das Aufeinandertreffen von Tieren mit Menschen bzw. der menschlichen Zivilisation, die immer mehr in die Natur eingreift/übergreift. Sie erkundet die zunehmend durchlässige Grenze zwischen der menschlichen verbauten Umwelt in städtischen Randzonen und der Wildnis.

Gleichzeitig erforscht sie damit unsere paradoxe Beziehung zum Wilden bzw. wilden Tier. Einerseits ist der Mensch von der Freiheit und dem Geheimnisvollen, das es repräsentiert angezogen, andererseits versucht er ständig das Wilde - auch in sich - zu zähmen.

 

High grass © Amy Stein

Predeator © Amy Stein

 

Die dargestellten Szenen basieren auf wahren Begebenheiten, die sich in Matamoros, einer ländlichen Gemeinde in Pennsylvania, zugetragen haben. Dazu hat Amy Stein Erzählungen der Einwohner, kurze Zeitungsmeldungen oder Polizeiberichte herangezogen. Tiere suchen z.B. im menschlichen Abfall nach Nahrung, dringen in den Raum ein, den die Menschen als ihren erachten. Die Tiere ersetzen damit einerseits die Jagd, andererseits werden sie zur Bedrohung.

Die Fotografien der Serie erzählen von dieser Bedrohung, von gefährdeten Menschen in der Nähe ihrer kleinen, bescheidenen Häuser. Die zugrunde liegenden Geschichten sind nur ein Ausgangspunkt für Amy Steins künstlerische Inszenierung, die Fotos demnach Fiktionen, die auf Fakten beruhen.

 

Trasheaters © Amy Stein

Groceries © Amy Stein

 

Eine ausführliche Darstellung von Amy Steins Arbeitsweise habe ich auf fototazo gefunden, wo die Künstlerin in einem Interview drei unterschiedliche Varianten von "Howl" erläutert.

Arbeiter haben ihr berichtet, dass auf einem Parkplatz, der von Laternen beleuchtet wird, heulende Kojoten herumlaufen. Sie hat diese Erzählung zum Anlass genommen, mehrere Fotos mit einem Kojoten-Präparat anzufertigen, wobei sie die Lichtquelle und die Beziehung des Tieres zu diesem Licht näher untersucht. Nehmen die Lichtquellen für den Kojoten die Stelle des Mondes ein, sind sie ein Surrogat für den Mond? Irritiert ihn das künstliche Licht?

 

Howl © Amy Stein

Howl © Amy Stein

Howl © Amy Stein

 

Auf einem Foto sieht man nur den Kojoten und das ausgestrahlte Licht. Der Ausdruck und die Emotionen des Kojoten scheinen hier am stärksten zu sein – obwohl es sich ja auf den drei Aufnahmen um das selbe ausgestopfte Tier handelt. in einem ist die Laterne als Lichtquelle erkennbar, eines balanciert ausgewogen zwischen diesen Ansichten. Bei dieser letzten Ansicht breitet sich das Licht kugelförmig aus und verweist so auf den Mond.

Das Buch zur Fotoserie: Amy Stein, Domesticated, Photolucida, Englisch, ISBN-13: 978-1934334041

 

Buchcover Domesticated

 

Amy Stein (*1970) lebt in Los Angeles. Sie wird von der Robert Koch Gallery in San Francisco vertreten.

Buch, Fotografie
22. Juli 2015 - 19:30

Vor ein paar Tagen habe ich mir zwei Fotografie-Ausstellungen in Wien angesehen. Die beiden Fotografen hatten nicht nur auf den ersten Blick nichts gemeinsam (außer dem Umstand, dass ich deren Werk am selben Tag kennengelernt habe), sie könnten vielmehr nicht gegensätzlicher sein.

Der eine, Joel Meyerowitz, nimmt für sich in Anspruch, die Farbe in die künstlerische Fotografie eingeführt zu haben und sich nicht für grafische Kompositionen, sondern für die umfassendste Beschreibung der Realität ("description") zu interessieren.

Dem anderen, Mario Giacomelli, er fotografierte nur schwarz-weiß, ging es gerade um formale Aspekte, um grafische Strukturen. Ich würde noch einschränkender sagen, es ging ihm um die Steigerung, ja Übersteigerung des Schwarz-Weiß-Kontrastes und um die Linie. Er war aber auch hauptberuflich Schriftsetzer!

Erfreulicherweise fanden sich bei beiden Fotografen auch Hunde als Motiv - wenn auch wahrlich nicht werkprägend -, sodass ich sie hier doch mit gutem Gewissen vorstellen kann.

 

New York City, 1965 © Joel Meyerowitz
New York City, 1965 © Joel Meyerowitz

 

Joel Meyerowitz wird zur Zeit mit einer Retrospektive im Kunst Haus Wien gewürdigt. Der inzwischen 77-jährige Fotograf und Dokumentarfilmer wurde in New York geboren und studierte Malerei (bei Ad Reinhardt) und Kunstgeschichte. Nach einer Begegnung mit Robert Frank wandte er sich der Fotografie zu. Er schrieb als Mitbegründer der Street Photography Fotografiegeschichte und etablierte in den 1960/70er Jahren die Farbfotografie (New Color Photography) als künstlerisches Medium. Er hat zahlreiche internationale Preise erhalten, 16 Bücher veröffentlicht und wurde bisher weltweit über 350-mal ausgestellt.

Die Retrospektive bildet einen Querschnitt durch sein Werk von den 1960er Jahren bis heute. Wir sehen seine Entwicklung von der Schwarzweiß-Fotografie zur damals als Fotografie für Hochzeiten verpönten und nur im privaten Umfeld oder in der Werbung verwendeten "unseriösen" Farbfotografie; seinen Wandel vom dynamischen Jäger als Street Photographer zum beobachtenden Inszenierer von Fundstücken, die er im Studio zu Stillleben arrangiert und fotografiert. Und wir sehen sein Experimentieren mit unterschiedlichen Formaten, Filmen und Kameras.

Als Street Photographer in New York und während seiner Europareise finden sich noch Aufnahmen mit Hund, ist er doch ständiger Begleiter des Menschen. Mit zunehmender thematischer Spezialisierung auf Architektur, Landschaft, Porträt und Stillleben (Cape Light, Red Heads, Ground Zero, Legancy - The parks of New York City, Still lifes) verschwinden sie jedoch aus seinem Œuvre.

 

New York City, 1963 © Joel Meyerowitz, Courtesy Howard Greenberg Gallery
New York City, 1963 © Joel Meyerowitz, Courtesy Howard Greenberg Gallery
 

Über diese Fotografie sagt Joel Meyerowitz selbst, dass er sich sehr dafür interessierte, wie Menschen, die eigentlich nichts miteinander zu tun hatten, zusammengewürfelt wurden. Er fotografierte die Menschen und deren spannende Beziehung zueinander oft während der zahlreichen Paraden, die in den 1960er Jahren stattfanden. Durch das Fotografieren stellte er sie in einen Rahmen, wodurch sie einen neuen Kontext erhielten. Der lachende Mann mit Hund steht einfach herum, der Betrachter weiß nicht, dass er einer Parade zusieht. Der andere respektvolle Mann hält seinen Hut vor die Brust, weil gerade die amerikanische Flagge vorbeigetragen wird, auch das weiß der Betrachter nicht. Ohne Kontext entsteht also ein surrealer, absurder Inhalt.

Mir gefällt das untere Bild viel besser: Als HundeliebhaberInnen identifizieren wir sofort das relevante Bildgeschehen. Der Dackelblick folgt dem Chihuahua, während die Kaffeehaus-Besucher den Dackel ansehen.

 

Paris, France, 1967
Paris, France, 1967 © Joel Meyerowitz.
Ich habe dieses Foto in der Ausstellung abgeknipst.

 

In "War protest" zeigt sich, wie Joel Meyerowitz sagt, die Eigenart des aufgesteckten Blitzlichtes den Schwerpunkt der Fotografie zu verändern. Die Demonstration gegen den Vietnamkrieg verschwindet, aber die Emotionen scheinen in der Angst und Angriffslust der Hunde verkörpert zu werden. Wenn Sie genau schauen, bemerken Sie, dass der Schäferhund den Husky gerade in die Pfote beißt.

 

Hedy mit Ausstellungskatalog, aufgeschlagen bei War protest, New York City, 1968
Hedy mit Ausstellungskatalog, aufgeschlagen bei War protest, New York City, 1968
 

Die Fotografie unten ist am Bodensee während der ersten Europareise von Joel Meyerowitz entstanden, der Hund steht im Hintergrund.

 

Bodensee, 1967 © Joel Meyerowitz
Bodensee, 1967 © Joel Meyerowitz

 

Für die Serie "From a moving car“ von 1966/67 fotografierte er in Europa aus dem fahrenden Auto. Über 2000 Aufnahmen entstanden, wobei 40 für seine erste Einzelausstellung im Museum of Modern Art verwendet wurden. Ein besonderes Highlight der Ausstellung im Kunst Haus Wien ist die Präsentation der 40 original vintage prints aus der MoMA-Schau von 1968.

 

Paris, Port de Cignancourt, 1966
Paris, Port de Cignancourt, 1966 © Joel Meyerowitz.
Ich habe dieses Foto in der Ausstellung abgeknipst.

 

Bei der Führung durch die Ausstellung am 16.7. 2015 äußerte sich Joel Meyerowitz zur Serie "From a moving car“:

 

I was in my Volvo car, the whole time and I photographed out of the window as I was driving the car … it was for me a conceptual work. I treated the car as if it was the camera and the window was the lens and I was inside the camera, driving the camera. …. I wanted to make photographs of things that I only had the barest recognition … I did not care about the perfect framing ...

 

Auch wenn für Joel Meyerowitz der "richtige" Bildausschnitt bei der Aufnahme kein Kriterium war, so sicherlich bei der Auswahl der Fotografien für die Ausstellung im MoMA. Das Foto mit dem weißen Hund ist einfach perfekt!

Bitte entschuldigen Sie, dass ich teilweise auf das Abknipsen der Arbeiten zurückgreifen musste, aber ich wollte Ihnen die wenigen Beispiele, die zu unserem gemeinsamen Nischen-interesse "Hund und Kunst" passen, nicht vorenthalten.

Die Ausstellung im Kunst Haus Wien (in Kooperation mit dem NRW-Forum Düsseldorf) ist noch bis zum 1. November 2015 zu sehen.

Quelle: Pressematerial und Katalog zur Ausstellung (Ralph Goertz (Hg.): Joel Meyerowitz Retrospective, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, 2014)

 

Ausstellung, Buch, Fotografie
9. Mai 2015 - 8:15

© Martin Usborne

Der Blick in eine Hundeseele - ein Foto voller Zärtlichkeit.

 

Wenn Sie zu den langjährigen LeserInnen meines Blogs gehören, können Sie sich vielleicht noch an Martin Usbornes Foto-Serie "Mute - The Silence of Dogs in Cars" erinnern, über die ich am 1. September 2011 geschrieben habe. Es war einer der ersten Beiträge überhaupt, die ich veröffentlicht hatte. Nicht zuletzt deshalb ist mir Martin Usbornes Arbeit, die ich mit großem Interesse verfolge, ans Herz gewachsen. Er gehört zu den Guten! Zu jenen, die ihre Kunst in den Dienst der Tiere stellen.

Jetzt freue mich ganz besonders, Ihnen sein neues Projekt vorstellen zu dürfen - ein Fotobuch, das auf das Leben und Sterben der spanischen Windhunde hinweist: Where hunting dogs rest. Dieses Buch stellt Porträts von geretteten Hunden neben Aufnahmen der Landschaften, wo die weniger glücklichen unter ihnen den Tod finden: in Schluchten und Flüssen, auf Landstraßen und dem freien Feld.

Sie können durch Unterstützung seines Projekts auf Kickstarter dazu beitragen, das Leid dieser Hunde bekannt zu machen und zu mindern. Mit seinem Fotobuch, in dem er die Schönheit und Würde dieser Tiere zeigt, möchte Martin Usborne diesen Hunden eine Stimme geben.

 

© Martin Usborne

© Martin Usborne

 

Jeden Winter werden in Spanien mindestens 30 000 Windhunde, die zur Hasenhetzjagd verwendet wurden, ausgesetzt oder auf barbarische Weise getötet, weil sie zu langsam oder zu alt sind. Vielen Besitzern ist es schlicht zu teuer, sie bis zur nächsten Saison zu behalten. Weltweit, aber auch in Spanien, ist deren qualvolles Dasein viel zu wenig bekannt oder es wird ignoriert.

Vor einigen Jahrhunderten waren diese wunderbaren Hunde die Gefährten der Könige und des Adels. Das Töten dieser Hunde war ein Verbrechen und wurde schwer bestraft. Heute werden der große Galgo und der kleinere Podenco zur Jagd auf Kleinwild eingesetzt. Nach der Saison werden die Hunde - nun selbst Opfer einer verkommenen Jagdtradition - mit Steinen um den Hals in Brunnen und Flüsse geworfen oder an Bäumen aufgehängt - eine besonders sadistische Form des Tötens, die Osborne hier beschreibt. Manche werden verletzt oder halb verhungert in Rettungsstationen aufgenommen und warten dort auf ein neues Zuhause.

 

© Martin Usborne

 

Es ist schwer zu sagen, wie viele Hunde unter diesen Zuständen leiden, da die Jagd in abgelegenen Gebieten stattfindet. Schätzungen sprechen von bis zu 200 000 Hunden jährlich. Das Tierheim 112 Carlota Galgos, in dem Martin Usborne fotografierte, und das nur ein kleines Gebiet abdeckt, bekommt täglich bis zu 90 Hunden.

 

White Galga © Martin Usborne

 

Martin Usborne, der auf seinen Reisen auch nach Spanien kam, reagiert auf diesen unerträglichen Zustand mit einem Fotobuch: Fotografieren ist das, wie er sagt, was er am besten kann. Das Buch selbst erzählt von der Schönheit und Eleganz der Tiere. Usborne stellt die Brutalität und das Leid nicht direkt dar, trotzdem ist es in den Hunden präsent. Sie sind nervös, schwach, scheu. Martin Usbornes Bilder nehmen die Tonalität und Stimmung von Gemälden Velázquez’ auf, geschaffen zu einer Zeit, als diese Hunde noch mit großem Respekt behandelt wurden.

   The work of this book is inspired by Velazquez. He painted at a time when these dogs were still revered and was born in an area where the dogs still hunt. His use of dramatic lighting and earthy colours provided a constant reference point and a reminder of these dogs' noble past. I hope that this images show something of the classical beauty and heritage of these dogs whilst not ignoring the ugliness of their modern situation.

 

© Martin Usborne

The smaller Podenco © Martin Usborne

 

Die Fotos wurden in Andalusien und Extremadura aufgenommen, wo die Hetzjagd üblich ist. Unerwünschte Hunde werden ausgesetzt, verbrannt, in den Flüssen ertränkt.

 

© Martin Usborne

© Martin Usborne

© Martin Usborne

 

Ein Teil des Bucherlöses kommt Tierheimen zugute. Neben dieser ganz konkreten Hilfe will Martin Usborne vor allem das internationale Bewusstsein erhöhen, um diese grausame Jagdtradition einzudämmen.

Auf seinem Blog "A year to help" beschreibt Martin Usborne seinen Versuch, in einem Jahr so viele Tiere zu retten wie möglich. Viele Tage beschäftigen sich mit "The rise and (almost) fall of the galgo"

Hier nochmals der Link zu Kickstarter, wo auch ein Video zum Projekt zu sehen ist.

Wenn Sie einen Galgo oder Podenco adoptieren wollen, können Sie sich an diese Rettungsstationen wenden: 112 Carlota Galgos und Fundatcion Benjamin Mehnert.

alle Fotos © Martin Usborne

 

12. Januar 2015 - 14:50

Bis zum 18. Jänner 2015 zeigt das Wien Museum die Ausstellung "Wien im Ersten Weltkrieg - Stadtalltag in Fotografie und Grafik". Es werden die Auswirkungen eines Krieges, der weit vom Stadtgebiet entfernt stattfand, auf die Wiener Bevölkerung gezeigt, Flüchtlinge prägten den Alltag, Versorgungsengpässe und Hunger waren an der Tagesordnung. Kriegspropaganda und Realität klafften immer weiter auseinander.

Viele Frauen engagierten sich bei patriotischen Aktionen wie Wohltätigkeitsinitiativen, Spendenaufrufen, Sammeltätigkeiten. Die Postkarte und das Ausstellungsplakat zeigen eine Sammelaktion für das Rote Kreuz, ein Riesenschnauzer trägt die Spendenbox. Eine vergleichsweise harmlose Arbeit für einen Hund im Krieg.

 

Rote Kreuz Woche, Postkartenverlag
"Rote Kreuz Woche" vom 31. April – 6. Mai 1916, Postkartenverlag "Bediene Dich selbst",
© Wien Museum

Ausstellungsplakat © Wien Museum

 

Was Tiere im Ersten Weltkrieg zu erleiden hatten, hat Rainer Pöppinghege in seiner Kulturgeschichte "Tiere im Ersten Weltkrieg" erforscht. 

Da die Motorisierung 1914 noch lange nicht etabliert war, war die Nutzung von Tieren in allen Lebensbereichen völlig üblich. Als Reit- Last und Zugtiere waren Millionen Tiere während des Ersten Weltkriegs für die Fortbewegung von Menschen und Material unverzichtbar.

Auch Hunde sind in großer Zahl an der Front. Wegen des steigenden Bedarfs werden sie vielfach von Privatpersonen rekrutiert. In England wählen Tierschutzvereine taugliche Tiere aus. Sehr gute Augen, Ohren und eine hervorragende Witterung sind ebenso wie Gehorsam und Robustheit Grundvoraussetzungen für den Kriegsdienst. In "Kriegshundekursen" werden die Tiere zudem für ihren Einsatz ausgebildet. "Einige Wochen wurden darauf verwendet, die Hunde fit und schusssicher zu machen", erklärt der Kriegshistoriker Rainer Pöppinghege.

Deutschland verfügte - wie Großbritannien - über ein organisatorisch vorbildliches Militärhundewesen: Hunde für den Kontrollgang wurden darauf getestet, ob sie "schussfest" wären; d.h. ob es die Hunde schafften, auch bei lautem Gewehr- oder Artilleriebeschuss ihren Aufgaben nachzukommen.

Hunde warnten vor Giftgasangriffen - sie trugen auch Gasmasken -, Meldehunde legten kilometerlange gefährliche Wege zwischen den Gräben zurück, Hunde zogen kleine Karren und verlegten mit auf dem Rücken festgeschnallten Kabeltrommeln Feldtelefonleitungen. Sanitätshunde trugen Erste-Hilfe-Material und schlugen an, wenn sie einen Verwundeten fanden - für viele verletzte Soldaten waren die Vierbeiner Lebensretter. Auch bei der Bergung von Toten unterstützten Hunde die Soldaten und waren dabei selbst Todesgefahr ausgesetzt. Für die Hunde wurden eigene Lazarette eingerichtet.

Das Pferd war allerdings das zentrale Tier im Ersten Weltkrieg. Beim deutschen Feldheer standen zwischen 1914 und 1918 an die eineinhalb Millionen Pferde im Einsatz; betrug der deutsche Pferdebestand vor dem Krieg 4,7 Millionen Tiere, waren es nach dem Krieg nur noch 3,3 Millionen. Aus dem Krieg kehrte eine halbe Million britischer Pferde nicht mehr heim, die französischen Verluste betrugen eine Million. Insgesamt fielen acht Millionen Pferde dem Ersten Weltkrieg zum Opfer.

Während des Ersten Weltkrieges entstand in Deutschland auch eine radikale linke Tierschutzbewegung. Diskutiert wurde dort der Gnadenschuss für verwundete Pferde am Schlachtfeld - und noch grundsätzlicher, ob es einen Zusammenhang von Fleischkonsum im Alltag und der Bereitschaft zu militärischer Konfliktlösung gebe.

Tiere für menschlichen Belange wie Kriege auszunutzen und zu töten ist ethisch nicht vertretbar, die Schlussfolgerung die der Historiker Rainer Pöppinghege aus seinen Forschungen zieht, geht allerdings über die Kriegszeiten hinaus:

   Doch sollten wir nicht vorschnell urteilen über frühere Epochen oder ruchlose Militärs: Der zivile Alltag für viele Tiere ist in Zeiten der Massentierhaltung ungleich grauenvoller, quälerischer und todbringend.

 

Cover Tiere im Ersten Weltkrieg

 

Rainer Pöppinghege, Tiere im Ersten Weltkrieg, Eine Kulturgeschichte, 144 Seiten, Rotbuch Verlag, Berlin, ISBN 9783867892001

Quellen: Buchbesprechung auf oe1: Tiere im Ersten Weltkrieg, Süddeutsche Zeitung: Wie Front-Hund Stubby zum Helden wurde

 

Ich danke Erwin Lengauer, der mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht hat.

 

20. Juni 2014 - 15:40

We are dogs! © Jaka Babnik

 

Am 14. und 15. Juni 2014 fand das 2. ViennaPhotoBookFestival statt, auf dem ich unter der Unmenge von Fotobüchern, die sich nicht mit Hunden beschäftigen, diesen kleinen Fotoband des slowenischen Fotografen Jaka Bablik erstanden habe. Die Freude war groß! Emotional bewegende Fotografien, die ein trauriges Kapitel menschlichen Missbrauchs von Hunden zum Thema haben: "Kampfhunde" und Hundekämpfe.

Dargestellte Orte und Personen werden absichtlich geheim gehalten, zumal sie als irrelevant erscheinen, da der Fotograf unsere Aufmerksamkeit auf den Zustand der Menschheit lenken möchte. In diesem Sinn sind die Porträts von Hunden auch Porträts von Menschen, darüber wer sie sind und sein möchten. Soweit aus dem Text von Katja Praznik, der dem Photo-Essay vorangestellt ist.

Obwohl ich den Text mit einer befreundeten Englisch-Lehrerin mehrmals gelesen habe, wurden wir beide daraus nicht recht schlau. Er scheint den Blick auf die Bilder eher zu verstellen als zu erhellen.

Kurz zusammengefasst möchte der Photo-Essay "We are dogs!" eine gesellschaftlich akzeptierte Form des Kampfes entmystifizieren und mit Hilfe der Fotos die Hundekämpfe demaskieren. Die Aufnahmen sollen Fragen danach evozieren, was menschlich ist und was die Ursprünge und Zwecke der Kämpfe sind. Der elliptische Charakter der Geschichte, in dem das Verhältnis zwischen Mensch und Hund mehr im Fokus steht als der Mensch selbst, offenbart den Hundekampf als Feld, in dem der Mensch die Gewalt und das Kämpfen für sich beansprucht, um Macht auszuüben. Machtausübung durch Demütigung und Ausbeutung von Tieren ist nicht nur die letzte Konsequenz der menschlichen Destruktivität, sie zwingt uns auch zu überdenken, was wir meinen, wenn wir von der Menschheit sprechen. Es scheint, dass der Kampf um eine menschenzentrierte allmächtige Position dem Menschen eigen ist.

Lesen Sie hier den mit Bedeutung überfrachteten Text oder noch besser: Lassen Sie einfach die Aufnahmen auf sich wirken.

 

We are dogs! © Jaka Babnik

We are dogs! © Jaka Babnik

We are dogs! © Jaka Babnik

We are dogs! © Jaka Babnik

We are dogs! © Jaka Babnik

We are dogs! © Jaka Babnik

We are dogs! © Jaka Babnik

We are dogs! © Jaka Babnik

We are dogs! © Jaka Babnik

We are dogs! © Jaka Babnik

 

Der Fotoband ist 2012 bei Rostfrei Publishing erschienen.

 

Buchcover

 

alle Fotos © Jaka Babnik

 

Buch, Fotografie
2. Mai 2014 - 16:30

Seit drei Wochen verbringe ich wieder jeden Freitagnachmittag in meinem Schauraum und nütze die Zeit zum Blogschreiben. Während ich darüber nachdenke, ob ich zum Hund mit rosa Bein von Pierre Huyghe etwas zu sagen habe und wenn ja, was, fällt mein Blick auf ein wunderbares Buch, das schon seit Monaten auf meinem Schreibtisch liegt und seit Jahren in meinem Besitz ist: Hanna Schimeks "Ohrenzeugen" von 2009. Ich blättere es durch und weiß sofort: Darüber will ich jetzt viel lieber schreiben.

 

 

Buchcover Hanna Schimek, Ohrenzeugen

 

 

Es ist ein kleines, feines Fotobuch, das ich allen ans Herz legen möchte, die Hunde lieben, also Ihnen. Hanna Schimek "versammelt bildhafte Darstellungen von Hunden aus unterschiedlichen Epochen der Kunstgeschichte und stellt sie eigenen Aufnahmen aus dem Bereich der analogen Alltagsfotografie in assoziativer Weise gegenüber", heißt es im lapidar Klappentext. Doch diese prosaische Beschreibung wird dem Buch nur unzureichend gerecht.

 

Hanna Schimek zeigt anonyme Alltagsfotografien von Hund und Herr, wie sie poetischer nicht sein könnten. Die verblassten Fotografien von "Familienhunden" der 30er bis 90er Jahre fand sie bei Freundinnen und Freunden und im digitalen Archiv Orthochrome. Daneben zeigt sie eigene Fotografien. Während eines Londonaufenthalts fotografierte sie Obdachlose mit ihren Hunden, in Athen verbrachte sie viele Stunden mit streunenden Hunden, fotografierte sie bei ihren Versuchen dem Großstadtchaos Widerstand zu leisten. Ergänzt werden die einzelnen Bilder durch human interest stories, die Hanna Schimek im Stil von Zeitungsmeldungen schrieb.

 

Die vielen Hunde, die die Geschichte der Malerei bevölkern, bilden den Ausgangspunkt und werden mit formal oder inhaltlich ähnlichen Fotografien kombiniert. So stellt die Künstlerin z.B. Kaiser Karl V. mit Hund von Tizian Bildern von Punks und deren Hunden gegenüber, die sie in Wien fotografiert hat.

 

 

Beispielseite aus Hanna Schimek, Ohrenzeugen © FOTOHOF

 

Edward Hoppers "Abend in Cape Cod" wird mit Fotos von Hausbesitzern und ihren Hunden kombiniert.

 

Beispielseite aus Hanna Schimek, Ohrenzeugen © FOTOHOF

Beispielseite aus Hanna Schimek, Ohrenzeugen © FOTOHOF

Beispielseite aus Hanna Schimek, Ohrenzeugen © FOTOHOF

Beispielseite aus Hanna Schimek, Ohrenzeugen © FOTOHOF

Beispielseiten aus Hanna Schimek, Ohrenzeugen © FOTOHOF

 

Der untere Schnappschuss passt doch perfekt zu Gerhard Richters "Frau mit Hund am See", ganz unten eine "Interpretation" von Pierre Bonnards "Das rot karierte Tischtuch / Hundefrühstück" von 1910.

 

Beispielseite aus Hanna Schimek, Ohrenzeugen

Beispielseite aus Hanna Schimek, Ohrenzeugen

 

Hanna Schimek lebt in Wien. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen auf der Konzeption und Realisation interdisziplinärer Kunstprojekte, Recherchen für Film und visuelle Medien, Filmkuratorenschaft, Kunst im soziokulturellen Kontext, Photographie, Künstlerbücher, Baukunst und Environment-Projekte. Sie ist Mitglied der Künstlergruppe "Der Blaue Kompressor – Floating & Stomping Company". Gemeinsam mit Gustav Deutsch, mit dem sie seit 1985 zusammenarbeitet, ist sie Gründerin und künstlerische Leiterin von "LIGHT | IMAGE – The Aegina Academy", einem Forum für Kunst und Wissenschaft auf der griechischen Insel Aegina.

Weitere Abbildungen aus dem Buch finden Sie auf der Homepage der Künstlerin.

 

Buch, Fotografie
23. April 2014 - 12:30

Cover SitzPlatzFuss 15

 

Das Bookazin für anspruchsvolle Hundefreunde "SitzPlatzFuss" hat in seiner letzten Ausgabe einen Artikel von mir veröffentlicht. Vieles, was ich den letzten Jahren im Blog gesammelt habe, ist hier zusammengefasst. Ich freue mich sehr darüber!

 

SitzPlatzFuss 15, S 4f

 

SitzPlatzFuss  - Das Bookazin für anspruchsvolle Hundefreunde, Augabe 15 (April-Mai-Juni 2014) erscheint im Cadmos Verlag. ISBN 978-3-8404-8915-0

 

Meine Arbeit, Buch
14. April 2014 - 8:20

"Bittersweet" im wahrsten Sinne sind die Fotografien von Michel Vanden Eeckhoudt, die im gleichnamigen Fotobuch versammelt sind.

Den belgischen Fotografen interessieren gegensätzlichen Gefühle, die in einem Foto aufeinandertreffen wie z.B. Schönheit und Schmerz, Tragik und Humor. Seine Bilder sind von Zärtlichkeit und Demut geprägt und offen für unterschiedliche Interpretationen und Assoziationen. Michel Vanden Eeckhoudt empfindet die Schwarzweiß-Fotografie poetischer und weniger determiniert als die Farbfotografie, die er näher an der Wirklichkeit angesiedelt sieht.

 

 

India 2008 © Michel Vanden Eeckhoudt, Kehrer Verlag

Turkey 2011 © Michel Vanden Eeckhoudt, Kehrer Verlag

Belgium 2008 © Michel Vanden Eeckhoudt, Kehrer Verlag

Belgium 2008 © Michel Vanden Eeckhoudt, Kehrer Verlag

Belgium 2011 © Michel Vanden Eeckhoudt, Kehrer Verlag

Cover Bittersweet

 

Michel Vanden Eeckhoudt: "Bittersweet", Kehrer Verlag, Text von Jean-Christophe Bailly, Festeinband, 20 x 28 cm, 102 Seiten, 46 S/W-Abb., Englisch, ISBN 978-3-86828-407-2  |  © Michel Vanden Eeckhoudt/Kehrer Verlag

Hier noch ein paar frühere Arbeiten des 1947 in Brüssel geborenen Fotografen.

 

Madère 1994 © Michel Vanden Eeckhoudt

© Michel Vanden Eeckhoudt

Naked Dog, Belgium 1993 © Michel Vanden Eeckhoudt

Mauritius 1991 © Michel Vanden Eeckhoudt

© Michel Vanden Eeckhoudt

France 1994 © Michel Vanden Eeckhoudt

France 1996 © Michel Vanden Eeckhoudt

 

Michel Vanden Eeckhoudt fotografiert nicht nur Haustiere und ihre Beziehung zum Menschen, er fotografierte auch Tiere in deutschen, französischen und ägyptischen Zoos. Er beschäftigte sich mit der Jagd in der Schweiz, hat Operationen an Pferden beobachtet, Veterinäruniversitäten besucht. Für eine Zeitung nahm er Affen auf, die für Tierversuche aufgezogen wurden.

 

Er ist Mitglied der Vu Agentur seit ihrer Gründung 1986. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzelausstellungen gezeigt.

 

alle Bilder © Michel Vanden Eeckhoudt

 

Buch, Fotografie
24. März 2014 - 9:35

Cover Hundejahre

 

 

Fast sieben Jahre hat Günter Grass an seinem dreiteiligen Roman "Hundejahre" geschrieben, der 1963 als dritter Band der "Danziger Trilogie" erschien (neben "Die Blechtrommel" und "Katz und Maus") und mit dem er den Sprung in die Reihen der internationalen Autoren schaffte.

2011 begann Grass zu dem Erzählwerk Kaltnadel-, Ätz- und Aquatinta-Radierungen mit Hundemotiven für eine illustriere Jubiläumsausgabe anzufertigen. In fast zwei Jahren schuf Grass einen 128 Radierungen umfassenden Bilderzyklus, der den "Künstlerroman, das Ammenmärchen, die Heimatfiebel" nicht nur illustriert, sondern visuell interpretiert.

 

 

Günter Grass, Ohne Titel, 2013; Radierung  Hundejahre

Günter Grass, Ohne Titel, 2013; Radierung Hundejahre, Erstes Buch; S. 21

 

Günter Grass, Ohne Titel, 2013; Radierung  Hundejahre

Günter Grass, Ohne Titel, 2013; Radierung Hundejahre, Zweites Buch; S. 15

 

 

Grass studierte nach 1945 an der Düsseldorfer Kunstakademie und wechselt seitdem zwischen den Bereichen Literatur und bildender Kunst, um seine kreativen Ideen, sein Gesellschafts- und sein Menschenbild zu formulieren. Ebenso wie seine Romane sind seine handwerklich herausragenden Radierungen realistisch und fantastisch zugleich.

 

In der Reihe seiner Ausstellungen zum Thema Buch und Kunst zeigt die Stiftung Liner im Museum Liner Appenzell die Ausstellung "Günter Grass - Hundejahre", die in enger Kooperation mit dem Steidl-Verlag, Göttingen, vorbereitet wude.

 

Die Ausstellung bietet sowohl mit den Radierungen wie auch grossformatigen Reproduktionen der Begleitmaterialien, deren Originale von der Akademie der Künste in Berlin zur Verfügung gestellt wurden, einen Einblick in die kreative Werkstatt, in das Schaffen des Literaten und Künstlers Grass. Die über 100 Exponate werden ergänzt durch eine Hörstation mit Ausschnitten aus Lesungen der "Hundejahre" von Günter Grass und einen Dokumentarfilm, der die Entstehung der Radierungen zeigt.

 

 

 

Hundejahre. Zweites Buch, Foto © Steidl-Verlag

Hundejahre. Drittes Buch, Foto © Steidl-Verlag

 

Buch: Hundejahre. Illustrierte Jubiläumsausgabe im Steidl-Verlag

Sonderausstellung "Günter Grass – Hundejahre | Ein Roman und 134 Radierungen" im Museum Liner Appenzell, 26. Januar bis 15. Juni 2014

 

Ausstellung, Buch, Grafik
4. Februar 2014 - 8:40

In den Gedichten von Joseph Zoderer - beginnend und endend mit philosophischen Fest- und Fragestellungen - findet das Leben und Sterben mit Django in der Kunst eine Entsprechung. Django, der Schäferhund von Joseph Zoderer, verbrachte sieben Jahre mit dem Südtiroler Schriftsteller. Nach seinem Tod verfasste Zoderer den Gedichtband "Hundstrauer". Erleichterte ihm das Dichten die Trauer? Gab es dem Zurückdenken einen Anker, um nicht zu versinken im Strudel der Erinnerung und im Meer der Verzweiflung? Ein schmaler Lyrik-Band bloß und doch flossen sogleich meine Tränen.

 

 

Hedy und Zoderer © Petra Hartl

 

Eine Freundschaft, Seelenverwandtschaft, vorbehaltlose und große Liebe wurde in Worte gegossen. Das berührt. Wiedererkennen der Freude, des Glücks und des Unglücks stellt sich beim Leser ein, der mit Hund lebt oder nach dem Tod eines Hundes mit dem Schmerz des Zurückgelassenen weiterlebten musste. Denn meist stirbt der Hund zuerst – Gottseidank, denn was würde aus ihm ohne uns?

Jeglicher Mangel an menschlicher Überheblichkeit zeichnet die Gedichte aus, vielmehr verneigt sich das lyrische Ich vor der Unschuld der Natur: Ich möchte ein Hund sein / um ohne Schuld / zu sein

Zoderer erinnert in Gedichten an geteilte Momente, an die Weisheit des Tieres, an bedingungslose Zuneigung des Weggefährten, aber auch an die Freundschaft mit menschlichem Verrat. Regelmäßig wird der Hund verlassen, das Glück der Gemeinsamkeit aufgegeben für Alltägliches: Und so verließ ich dich / regelmäßig /ohne Gewissensbisse / auch wenn mich / kein Meter Asphalt näher / brachte / an ein besseres Leben

An einer Stelle heißt es: denn die Bewegung der Hand / war eine ernste Sprache / zwischen uns

War unsere Stille / die wirkliche Sprache? an einer anderen.

Dein Tierblick / war / voll von Ferne / Aber dein Fell / dampfte vor Nähe. Ein Gefühl der Getrenntheit und Melancholie zum sprachlosen Anderen stellt sich ein, trotz der Nähe. Das letzte Gedicht:

Warum warst du / ein Hund / und ich / ein Mensch

 

Aufmerksam geworden auf "Hundstrauer" bin ich übrigens durch die Radiosendung Nachtbilder auf Oe1 - einem österreichischen Sender, den ich vorbehaltlos empfehlen kann - die dieser letzten Verneigung Zeit und Raum gab. Selten habe ich mich über ein Buch so gefreut, wie über das danach Erstandene. Josef Fürpaß ergänzt den Gedichtband mit Zeichnungen, die nur andeuten und nicht festlegen.

 

 

Hedy und Fürpaß © Petra Hartl

 

Joseph Zoderer, geboren 1935 in Meran, aufgewachsen in Graz, lebt heute als freier Autor in Südtirol. Seit seinem Roman "Die Walsche" (1982) zählt er zu den herausragenden Stimmen deutschsprachiger Erzählliteratur. Sein Werk wurde mit internationalen Preisen ausgezeichnet.

 

 

Ich bin doch keine Buchstütze! © Petra Hartl

 

Joseph Zoderer, Hundstrauer, Haymon Verlag, Innsbruck-Wien, 2013

 

Buch, Literatur, Zeichnung